Sechs Standorte, eine Oberstufe

GOSSAU ⋅ Während ihr Oberstufenzentrum umgebaut wird, kommen die Schülerinnen und Schüler der Rosenau in sechs Provisorien unter. Schüler und Lehrer nehmen es gelassen. Und sehen sogar Vorteile.
19. September 2017, 07:14
Noemi Heule

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Der Schlüsselbund von Roger John gleicht jenem eines Gefängniswärters. Kein Wunder: Der Schulleiter des Oberstufenzentrums Rosenau braucht in diesem Schuljahr Zugang zu sechs Schulhäusern und unzähligen Schulzimmern. Während eines Jahres wird das Schulhaus Rosenau umgebaut. In der Zwischenzeit müssen Schüler und Lehrer mit provisorischen Lösungen Vorlieb nehmen. Das bedeutet für die Schüler längere Schulwege – aber auch mal eine längere Pause.

Die Schüler sind an sechs Standorten verteilt: Im Andreaszentrum ist die erste Stufe untergebracht, die zweite Oberstufe hat ihren Stützpunkt im Schulhaus Lindenberg, die dritte im Gymnasium Friedberg und im Notkerschulhaus. Zusätzlich finden einzelne Fächer im Schulhaus am Weiher oder in der Sporthalle Rosenau statt.

Schulratspräsident Urs Blaser spricht von «glücklichen Umständen», die dazu geführt haben, dass der Schulbetrieb ohne zusätzliche Provisorien möglich ist. So sind die Schülerzahlen in der Oberstufe vergleichsweise tief. Durch Verzögerungen bei der Sana Fürstenland steht das Andreaszentrum für den Unterricht zur Verfügung.

Frische Luft und Bewegung statt nur Stillsitzen

Die Schüler pendeln mit Velos von einem Ort zum anderen. Ihr Stundenplan wurde, wann immer möglich so gelegt, dass der Standortwechsel auf eine grosse Pause fällt, wie Schulleiter Roger John sagt. Die Schüler selbst scheinen die längeren Wege nicht zu stören. Zwei Drittel der Rosenau-Schüler radeln ohnehin täglich von Andwil oder Arnegg an. Wie die Schülerin Angelina Räss, der die zusätzlichen Kilometer nichts anhaben können. «Ich finde es positiv, zwischendurch an die frische Luft zu kommen», sagt auch der Drittsekler Lars Sommer. Davon profitieren nicht zuletzt die Lehrer: «Die Schüler sind während des Unterrichts ruhiger», sagt Fabienne Stricker. «Wir haben zwar weniger Zeit, aber wir können sie besser nutzen», ergänzt Lehrerkollege Thomas Urscheler. «Bei der Schulqualität müssen wir keine Abstriche machen.»

Einzig im Team spüren die Lehrer die längeren Distanzen. «Der alltägliche Austausch fällt weg», sagt Fabienne Stricker. Um den Zusammenhalt zu stärken, wurde die Anzahl Sitzungen in diesem Jahr deshalb kurzerhand verdoppelt.


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