Politskandal verpackt in Komödie

ANDWIL ⋅ In der Komödie «Ausser Kontrolle» des Theatervereins Thearteria herrscht pures Chaos. Das Stück behandelt ein hochbrisantes Thema ganz nach englischer Tradition.
11. Oktober 2017, 07:06
Raphaela Roth

Ein Staatsminister verabredet sich mit der Sekretärin der Oppositionspartei zu einer heissen Nacht in einem Londoner Hotel. Als wäre das nicht schon brisant genug, finden die beiden in ihrer Suite eine Leiche. Der Minister fürchtet einen Politskandal und die Sekretärin die Reaktion ihres cholerischen Ehemanns. Als unverhofft der misstrauische Hotelmanager und die Ehefrau des Ministers auftauchen, nimmt das Chaos erst recht seinen Lauf.

Die Komödie «Ausser Kontrolle» aus dem Englischen von Ray Cooney wird ab 25. Oktober vom Theaterverein Thearteria aufgeführt. Angeleitet werden die zwölf Laienschauspieler, die allesamt aus der Region stammen, vom Regisseur Christian Fink. Der 42-Jährige unterstützt den Theaterverein seit zwölf Jahren bei der Projektumsetzung.

Zur Abwechslung ein heiteres Stück

Das Stück haben die Schauspieler eigens ausgewählt. Der Regisseur stand ihnen beratend beiseite. «Mit ‹Ausser Kontrolle› haben sie ein leichteres, heitereres Stück als ‹Verlorene Liebesmüh› von vorletztem Jahr gewählt», sagt Fink. Die Theaterstücke werden meist nach Lust und Laune der Vereinsmitglieder ausgewählt. Oftmals werde zwischen den Epochen und den Autoren bewusst abgewechselt – «so werden Art und Sprache des Stückes beeinflusst». War 2015 die Sprache die grösste Herausforderung, ist es heute das rasante Tempo auf der Bühne. Die Schauspieler müssen regelrechte Choreografien inne haben: «Das minutiös durchgetaktete Stück hat einen hohen Anspruch an Tempo und Genauigkeit», so Christian Fink. Werden die Schauspieler diesen Anforderungen nicht gerecht, verfehle das Stück seine Wirkung. Zudem haben gewisse Hauptdarsteller eine enorme Textmenge zu bewältigen. «Sie führen durch die Szenen und agieren als Treiber», sagt Fink.

Komödie erfordert wachsames Publikum

Durch die Schnelllebigkeit ist das Stück eine Herausforderung für die Laienschauspieler. Einige sind erst kürzlich dem Verein beigetreten. Doch Fink ist zuversichtlich: «Die Schauspieler sind alle lernwillig. Wir üben solange, bis an der Premiere alles sitzt.»

Das Stück hat auch einen Anspruch an die Zuschauer: Sie müssen stets wachsam bleiben, um den Faden nicht zu verlieren. «Inhaltlich ist das Stück leichte Kost. Doch das Publikum benötigt eine gute Kondition, um dem Geschehen auf der Bühne zu folgen», erklärt der Regisseur.

Raphaela Roth

raphaela.roth@tagblatt.ch

Premiere

Im Ebnetsaal in Andwil am Mittwoch, 25. Oktober, um 20 Uhr. Weitere Daten und Vorverkauf unter www.thearteria.ch


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