Pater, Politiker und Popmusik

GOSSAU ⋅ Mit insgesamt 9500 Gästen war das BBC Open zwar nicht ganz ausverkauft – die Veranstalter ziehen trotzdem eine positive Bilanz. Die neue Regelung für Minderjährige kam bei den Besuchern mehrheitlich gut an.
04. September 2017, 07:07
Manuela Bruhin
Wenn Pater Andy Givel zu Popklängen mitsummt und Stadtpräsident Alex Brühwiler mit den Jungbürgern anstösst, dann kann es sich nur um ein Festival handeln: das BBC Open in Gossau. Auch in diesem Jahr waren unter den rund 9500 Besuchern von besagtem Pater über Politiker bis hin zu Pubertierenden sämtliche Alters- und Personenklassen vertreten. Und dies sei genau der Reiz, den die Veranstaltung ausmache, erklärt Mediensprecherin Rita Bolt: «Das BBC Open ist ein beliebter Treffpunkt.» Das Festival war in diesem Jahr nicht ganz ausverkauft. Gründe dafür seien schwierig zu evaluieren. Einerseits könne das Wetter eine Rolle gespielt haben, andererseits die verschärften Eintrittsbedingungen für unter 18-Jährige.
 

Massnahmen gegen Exzesse

Es ist früher Freitagabend, nasskalt, die Bässe sind schon von weitem zu hören. Am BBC Open stehen Jung und Alt an, um auf das Gelände gelassen zu werden. Die Kontrollen laufen friedlich ab, Hektik gibt es zu diesem Zeitpunkt nicht. Auch die neue Regelung, dass Minderjährige nur in Begleitung eines Elternteils Zutritt erhalten, sorgte während des Festivals für keine allzu grosse Aufregung. «Wir hätten mit viel mehr Reaktionen gerechnet», sagt Bolt. Niemand habe gegen die Vorschrift gestänkert oder sich gar widersetzt. Grundsätzlich sei es nicht so, dass man junge Gäste nicht hier haben wolle, wie dies manchmal behauptet wurde, betont Bolt. «Wir wollten aber etwas gegen die Alkoholexzesse unternehmen.» In den vergangenen Jahren kam es immer wieder vor, dass Jugendliche Alkohol rund um das Festivalgelände bunkerten, sich exzessiv betranken und anschliessend erbrachen.

Ob und wie viel die besagte Massnahme nun gebracht habe, werde eine ausführliche Auswertung zeigen. Aber auch mit der Polizei sei man sich einig, wie wichtig es war, dass ein solcher Entscheid im Vorfeld überhaupt getroffen wurde. 

Hört man sich bei den Gästen um, finden viele die Massnahme ebenfalls positiv. «In den letzten Jahren hat man immer wieder gesehen, dass einige Jugendliche sehr über die Stränge geschlagen haben. Dass man nun etwas dagegen tun will, finde ich richtig», sagt beispielsweise der Gossauer Nicolas Wild. 

Ebenso einstimmig ist die Antwort, wenn man bei den Anwesenden nach dem Highlight der Bands fragt: «Wincent Weiss». Vom smarten Sänger schwärmt auch Bolt. «Er ist ein herzlicher und unkomplizierter Mensch.» Unkompliziert und vor allem publikumsnah zeigt sich der Deutsche dann auch bei seinem Konzert, als er die ersten Lieder gleich inmitten seiner Fans zum Besten gibt. Und natürlich bleibt da auch noch Zeit für das eine oder andere Selfie. Wer übrigens denkt, dass Weiss’ Hits nur junge Mädchen zum Toben bringen, der irrt. Auch das männliche Publikum zeigte sich bei Liedern wie «Feuerwerk» oder «Musik sein» am BBC Open ziemlich textsicher. 
 

Besucherzahl im Rahmen der Vorjahre

In diesem Jahr wurden leicht weniger Tickets im Vorverkauf bestellt, dafür lief die Abendkasse besser. Die Besucherzahlen bewegen sich mit rund 9500 etwa im Rahmen der Vorjahre. Für Rita Bolt war dies jedoch fast voraussehbar, denn: «Wenn dieses Programm mit Künstlern wie Wincent Weiss, Glasperlenspiel und Nemo keine Leute anlockt, dann weiss ich auch nicht mehr.» 

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