Nicht nur für Töfflibuben

ANDWIL ⋅ Diesen Sonntag eröffnet im Ortsmuseum eine neue Ausstellung. «Motorisierte Jugendträume» werden gezeigt.
31. August 2017, 07:27
Lisa Inauen

«Ein Töffli ist weit mehr als nur ein Töffli», sagt Curdin Belart, Präsident der Ortsmuseumskommission Andwil. Diesen Sonntag wird die neue Wechselausstellung des Ortsmuseums eröffnet. Gezeigt werden «motorisierte Jugendträume» von 1950 bis 2017. «Im Parterre zeigen wir die Entwicklung des Motorrads, einen Stock weiter oben Raritäten und besondere Töffli und im Estrich schliesslich interessante Scheunen- und Schrottfunde», sagt Belart. Etwa 39 Exponate werden auf drei Stockwerken ausgestellt. Ausgewählt wurden die Stücke von der Kommission sowie von Töffli-Sammlern. «Wir waren erstaunt, wie viele Töffli aus der ­Region zusammenkamen», sagt Belart.

Das Töffli als Ausdruck von Freiheit

Spätestens ab den 1960er-Jahren waren die Kleinmotorräder mit Pedalen fester Bestandteil der Jugendkultur. Ab 14 Jahren investierten besonders männliche Fahrer viel Zeit und Sackgeld, um mit bescheidenen 30 Kilometern pro Stunde herumfahren zu können. Es wurde frisiert, umgebaut und bemalt: «Das Töffli war ein Ausdruck der Rebellion, der Freiheit», sagt Belart. Er erzählt, wie in seiner Zeit als Lehrer einst ein Jugendlicher weinend zur Schule kam, da die Polizei den Motor seines frisierten Töffli mit einer Stanzmaschine malträtiert hatte. Heute ist der Absatz der Töffli aufgrund der Helmpflicht, des steigenden Wohlstandes und der neuen Kategorie der Motorroller stark gesunken.

Die Suche nach einem Thema für das Ortsmuseum ist nicht immer einfach: «Ich war schon bei 20 Ausstellungen in der Kommission. Gute Ideen sind rar», sagt Belart. Per Zufall sei er mit Cornel Lehmann in Kontakt gekommen, der bereit war, seine Töffli als Leihgabe auszustellen. Auch Boris Sutter und Ivo Thürlemann, die ebenfalls sorgfältig restaurierte Stücke besitzen, willigten ein. Weitere Motorräder stammen von befreundeten Töfflibuben. An den Ausstellungstagen wird neben einer Aufsichtsperson auch ein Sammler anwesend sein, um Fragen von Töffli-In­ter­essierten zu beantworten. Um 14 Uhr beginnt die Eröffnung am Sonntag mit einer Begrüssung, danach gibt es einen Apéro.

 

Lisa Inauen

lisa.inauen@tagblatt.ch

Ortsmuseum Andwil, Müliweierstrasse 9, offen jeweils 1. und 3. Sonntag im Monat, 14 bis 17 Uhr, Eintritt gratis


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