Nach dem Rennen gibt’s Glühwein

GOSSAU ⋅ Ob Klein oder Gross: die Temperaturen haben am Weihnachtslauf alle beschäftigt. Wie man sich am besten aufwärmt, dafür gab es unterschiedliche Ideen. Mit der Kamera unterwegs war Urs Bucher.
04. Dezember 2017, 06:39
Nina Rudnicki

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

 

Mützen, bis über die Nasenspitzen hinaufgezogene Schals und reibende Hände: Wer in diesem Jahr den Läufern am 30. Gossauer Weihnachtslauf zugeschaut hat, der hat es bereut, nicht selbst mitgerannt zu sein. Während die Teilnehmenden mit roten Backen, zum Teil mit luftiger Bekleidung und sogar kurzen Hosen im Ziel einlaufen, bleibt dem Publikum nur, auf ihren Füssen zu wippen, um sich warm zu halten. Mit «Hopp Hopp»-Rufen feuern die Zuschauer die Läufer an und im Start- und Zielbereich staut sich das Publikum bei jeder neuen Kategorie, die aufläuft. Während sich bei zunehmender Dunkelheit die ersten Teilnehmenden der Hauptkategorie einwärmen und einige Kilometer durch Gossaus Nebenstrassen rennen, holen sich mehr und mehr Zuschauende Becher mit dampfenden Getränken. Der Duft von Glühwein, Punsch und Käse erfüllt die Luft.

Am 30. Gossauer Weihnachtslauf trotzten die Läuferinnen und Läufer tapfer der Kälte. (Bilder: Urs Bucher)

Etwas abseits des Zieleinlaufs hat bereits zum zwanzigsten Mal die Glühweinbar an der St. Gallerstrasse ihr Zelt aufgebaut. Anlässlich ihres Jubiläums wurde dort genau wie vor zwanzig Jahren Glühwein für zwei Franken und Punsch für einen Franken verkauft. Die Aktion hat sich herumgesprochen und zahlreiche Besucher angelockt. «Der Ansturm ist enorm», sagt Urs Brander vom Club Glühwein-Bar Gossau. Bereits um 16 Uhr sei das Zelt so voll gewesen, wie sonst nur zu später Stunde. «Als Zuschauer oder auch als Läufer nach dem Rennen hier einen Glühwein zu trinken, ist längst Tradition geworden.» Vier Mitarbeitende schenken während des Abends 450 Liter aus und bedienen gegen 1200 Gäste. Während die Glühweinbar mittlerweile eine Institution am Weihnachtslauf ist, war sie in der Anfangszeit eher ein Geheimtipp. Als er die Bar gründete, war Urs Brander der einzige Mitarbeitende und verkaufte gerade mal 15 Liter. Die Bar hatte er damals aus drei Paletten aufgebaut und sich im Brockenhaus einen grossen Topf gekauft. Seine Idee und sein Glühwein-Rezept kamen so gut an, dass es Jahr für Jahr mehr Besucher zu seinem Stand zog. Im fünften Jahr organisierte er schliesslich ein Zelt. Während Brander in seinen Erinnerungen schwelgt, füllt sich ebendieses Zelt. «Hey, wie lange machst du noch Pause», ruft ihm plötzlich ein Kollege von der Bar zu. Auch vor dem Zelt haben sich einige Grüppchen versammelt und drängen sich um ein Feuer, das Aprés-Ski-Stimmung in die St. Gallerstrasse zaubert.

Strahlende Gesichter, wo man hinschaut

Vom Zieleinlauf her ist die Stimme des Speakers zu hören: Aus den Boxen dröhnen Namen und Nummern. Die Anspannung steigt, bald starten die Läuferinnen und Läufer der Hauptkategorien. Auch das Gedränge entlang der Absperrungen hat zugenommen und von irgendwoher klingen Weihnachtslieder. Überall leuchten Weihnachtslichter und auf einmal fühlt sich die Temperatur gar nicht mehr so kalt an. Man blickt in strahlende Gesichter – offen bleibt, ob dies am Glühwein liegt oder einfach an der Volksfeststimmung.

Resultate und Bilder

Ranglisten: www.weihnachtslauf.ch

Bilder: www.tagblatt.ch


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