«Mit Fremden übers Essen reden»

GOSSAU ⋅ Dieses Wochenende macht das World Food Festival zum ersten Mal auch in Gossau Halt. Initiant Pascal Bänninger erklärt, weshalb die Nachfrage gross ist und dass es weit mehr als nur ums Essen geht.
27. Juli 2017, 07:05
Angelina Donati

Angelina Donati

angelina.donati

@tagblatt.ch

Langos aus Ungarn, Falafel aus dem Orient, Spareribs aus den USA, Crêpes aus Frankreich, Churros aus Spanien: Am World Food Festival wird Essen aus aller Welt angeboten. Seit der ersten Durchführung 2016 steuern die Organisatoren immer mehr Orte in der Schweiz an. Jetzt ist Gossau an der Reihe.

Pascal Bänninger, Gossau scheint ein Mekka für Feinschmecker zu sein. Auch die Veganmania wurde hier durchgeführt. Wieso legen auch Sie einen Stopp in Gossau ein?

Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Orten. Dabei orientieren wir uns nicht an anderen Veranstaltern. Uns geht es vielmehr um die Grösse einer Gemeinde und das Einzugsgebiet. Gossau ist deshalb sehr interessant für uns. Darum wollen wir es hier ausprobieren. Im vergangenen Jahr waren es 11 Gemeinden, die wir angesteuert haben, dieses Mal sind es 18, und nächstes Jahr wollen wir das Festival noch mehr ausweiten.

Weshalb sind ausländische Speisen derart beliebt?

Das hat wohl massgeblich damit zu tun, dass die Leute ihre Mahlzeiten fotografieren und sie auf sozialen Netzwerken zur Schau stellen. Damit machen sie eine grosse Gemeinschaft gluschtig auf neue Sachen und spornen sie zugleich an, diese ebenfalls auszuprobieren.

An einem ähnlichen Anlass neulich, am Street Food Festival in St. Gallen, wurden viele Hipster gesichtet. Ist man als normaler Bürger womöglich fehl am Platz?

Überhaupt nicht, nein. Unser Anlass richtet sich an alle – von jung bis alt. Besonders auch Familien sind willkommen. Für Kinder gibt es nämlich ein spezielles Programm. Natürlich aber zieht es auch Trendsetter an.

Besteht denn eine Nachfrage, trotz der vielen Food-Festivals in der Schweiz?

Die Nachfrage ist auf jeden Fall da. Von Vorteil ist bestimmt auch, dass die Veranstalter nicht in denselben Städten Halt machen. Wir zum Beispiel sind eher in kleinen Orten vertreten, was auch von den Gästen geschätzt wird.

Was ist die Botschaft des World Food Festivals?

Wir wollen die Leute auf das ­Essen aus der ganzen Welt aufmerksam machen. Sie sind eingeladen, zu geniessen, zu verweilen. Und das alles in gemütlicher Atmosphäre auf dem Festivalgelände. Dazu trägt auch die Hintergrundmusik mit Klängen aus verschiedenen Ländern bei. Auch hat es zahlreiche «mEATing»-Points, wo man sich hinsetzen kann. Das Schöne dabei ist, dass man sieht, was andere gerade essen und man so mit Fremden ins Gespräch kommt.

Beim Essen kommt es also zur ungezwungenen Unterhaltung?

Genau. So lässt sich immer wieder beobachten, dass der Sitznachbar sein Gegenüber fragt, was dieses denn esse, und schon ist das Eis gebrochen.

Dann sind die «mEATing»-Points, wie Sie sie nennen, ein wichtiger Bestandteil?

Auf jeden Fall. Es ist uns ein Anliegen, dass es genügend Sitzmöglichkeiten hat. Zu Beginn der diesjährigen Tour haben wir diese Plätze auch extra noch erweitert. Und zudem werden viele Stehtische aufgebaut.

Welches Gericht sollte man Ihrer Meinung nach unbedingt ausprobieren?

Das kommt ganz auf die Lust und Laune an, würde ich sagen. Die Auswahl ist riesig. Es werden über 100 verschiedene Gerichte angeboten. Die Vielfältigkeit überrascht auch mich immer wieder aufs Neue. Je nach Portionsgrösse haben die Besucher ja auch die Möglichkeit, mehrere Sachen zu testen.

Sie haben vorhin angesprochen, dass auch Kinder willkommen sind. Sind es denn nicht genau die Kinder, die heikel sind und beim Essen keine Kompromisse machen?

Interessante Feststellung. Spezielle Kindermenus bieten wir keine an. Wie sich zeigt, nehmen Eltern gerne kleine Portionen, damit die Kinder auch abbeissen und probieren können.

World Food Festival

Morgen Freitag, 17 bis 23.30 Uhr, Sa, 11 bis 23.30 Uhr, und So, 11 bis 20 Uhr, Marktplatz Gossau

 


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