Mit der richtigen Kleidung der Kälte trotzen

04. Dezember 2017, 06:47
Gossau Dick eingepackt mit Schal, Mütze und Handschuhen, hüpfen die Mütter und Väter am Strassenrand auf und ab. An diesem bitterkalten Nachmittag haben sie ihre Sprösslinge beim Start im Gossauer Zentrum abgesetzt und warten nun, bis der Startschuss fällt. Der Nachwuchs wurde aus dem Skianzug geschält, nun wird im Trainer und einer leichten Jacke gerannt. So macht es auch die Familie Dürlewanger. Zwei ihrer drei Kinder machen am Gossauer Weihnachtslauf mit. Vater Reto feuert sie vom Strassenrand an, Mutter Denise wartet im Ziel. Zwar sei es heute sehr kalt – ein Grund Zuhause zu bleiben, sei dies jedoch nicht. «Für uns Gossauer ist der Weihnachtslauf Pflicht, egal bei welchem Wetter», sagt Reto Dürlewanger. Anschliessend wärme man sich bei Punsch und Glühwein wieder auf.

Am 30. Gossauer Weihnachtslauf trotzten die Läuferinnen und Läufer tapfer der Kälte. (Bilder: Urs Bucher)

Verschiedene Kleiderschichten

Auf den «Zwiebellook» aus mehreren Kleiderschichten setzt auch Andrea Baumann, welche am Abend ebenfalls am Weihnachtslauf startet. Zum ersten Mal nimmt sie daran teil. «Früher hatte ich Mühe, in der Kälte richtig zu atmen. In den vergangenen Monaten habe ich jedoch gute Erfahrungen gemacht», sagt sie. Sie jogge regelmässig auch im Winter und ziehe dann verschiedene Kleiderschichten an. Gerade bei den eisigen Temperaturen schütze sie ein Hals- und Gesichtstuch vor der kalten Luft.

Richtiges Einlaufen sei in den Wintermonaten umso wichtiger, sagt OK-Präsident Pitsch Bernhardsgrütter. «So sind die Muskeln warm und der Puls erstmals erhöht.» Deshalb bietet der Weihnachtslauf ein geführtes Warm-Up an. «Wichtig bei den kalten Temperaturen ist, auf seinen Körper zu hören», sagt Bernhardsgrütter. Bei einem zu hohen Puls könne das Atmen Mühe bereiten. Er setzt deshalb mehr auf einen «Genusslauf» im richtigen Pulsbereich als auf ein Streben nach einer Bestzeit. Auch die richtige Bekleidung sei wichtig. Kurz vor dem Start dürften die Läufer noch leicht frösteln. «Kaum ist der Startschuss gefallen, strömt auch schon das Adrenalin und die Muskeln fangen an sich zu erwärmen», sagt Bernhardsgrütter. Und nach dem Rennen konnten sich die «Finisher» bei einer gratis Portion Pasta im Fürstenlandsaal aufwärmen. Spätestens dann war die Kälte wieder vergessen.

Manuela Bruhin
redaktiongo@tagblatt.ch

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