Die Brockenstube verkauft ihre Filet-Stücke

GOSSAU ⋅ Am Samstag beginnt im Brocki der Heilsarmee der Raritäten-Markt. Dabei gehen interessante Sammlerstücke über den Ladentisch.
25. August 2017, 05:20
Lisa Inauen

«Die ersten Interessenten werden bereits vor dem Brocki warten, wenn wir morgen die Türen öffnen», sagt Renate Knüsli, ­Filialleiterin des Brockenhauses der Heilsarmee in Gossau. Grund für den Ansturm: Der Spezialmarkt für Raritäten und Sammlerstücke, der jeweils einmal jährlich stattfindet, wird eröffnet. «Wir sammeln das ganze Jahr über geeignete Stücke», sagt ­Renate Knüsli. «Natürlich werden einige Raritäten auch während dem Jahr verkauft, doch die interessantesten Stücke sparen wir uns jeweils für den Raritätenmarkt auf.»
 

Von alten Coiffeurscheren über Bügeleisen bis zu Brettspielen oder Büchern ist alles dabei. «Viele der Gegenstände sind zwischen 50 und 100 Jahre alt», sagt die Brockileiterin. Vor allem kleinere Gegenstände werden angeboten, doch auch einige Möbel werden während der dreitägigen Aufbauphase in Szene gesetzt.

Den Kunden ein Erlebnis bieten

Die Raritäten sind sorgfältig auf den Tischen arrangiert. «Das ­Erscheinungsbild des Brockis ist uns wichtig», sagt Renate Knüsli. «Der Kunde soll sich wie in einem normalen Geschäft fühlen. In den Arrangements kombinieren wir Stücke und machen vielleicht auf etwas aufmerksam, das der Kunde sonst nicht entdeckt hätte.» Deshalb sind zum Beispiel nicht alle Bücher auf einem Tisch aufgestapelt, sondern werden auf den Ausstellungstischen verteilt. «Der Kunde schaut so genauer hin und findet auch Dinge, die er eigentlich nicht gesucht hat – doch das war im Brocki schon ­immer so», schmunzelt sie.

Wie lange der Markt geöffnet ist, kann die Filialleiterin nicht genau sagen. «Viele Raritäten werden schnell gekauft, doch wir lassen den Spezialmarkt sicher zwei bis drei Wochen stehen.»

Alt ist wieder modern

Renate Knüsli beobachtet, dass auch immer mehr junge Leute im Brocki einkaufen: «Sie setzen alte Gegenstände gerne als Deko-Objekte ein. Elektronische Artikel mit Erinnerungswert sind beliebt, auch wenn sie nicht mehr funktionieren», sagt sie und zeigt auf ein Röhrenradio. Auch die alten Rollschuhe seien nirgends mehr erhältlich. «Ich selbst bin als Kind solche Rollschuhe gefahren», sagt sie. Der Erinnerungswert von alten Gegenständen ist hoch. Der Brockibesuch kann so zur Zeitreise werden.

Renate Knüsli erwartet am Raritätenmarkt ein sehr gemischtes Publikum, auch Sammler und Händler seien vertreten. «Allerdings gibt es nicht mehr so viele Händler wie früher», ergänzt ein langjähriger Mitarbeiter. Eher selten werden heute Dinge unter ihrem Wert verkauft. «Raritäten sind natürlich etwas teurer als die durchschnittlichen Brockigegenstände», sagt Renate Knüsli. «Doch wer will, kann trotzdem ein Schnäppchen machen.»


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