«Ich vergleiche mich gerne»

GOSSAU ⋅ Der Gossauer Manuel Allenspach hat sich für die Berufsweltmeisterschaft in Abu Dhabi qualifiziert. Der IT-Software-Entwickler wird sich darin messen, ein Programm für eine fiktive Fluggesellschaft zu schreiben.
10. Oktober 2017, 05:19
Nina Rudnicki

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

Von Nervosität ist Manuel Allenspach nichts anzumerken. Dabei fliegt der Gossauer in dieser Woche nach Abu Dhabi an die Berufsweltmeisterschaft «World Skills». Er ist einer von 38 Teilnehmenden aus der Schweiz, die sich dort mit Berufsleuten aus der ganzen Welt messen werden. Manuel Allenspach ist IT-Software-Entwickler. Seine Konkurrenten kommen vor allem aus Asien und Brasilien. Es sind beides Länder, die stark in der Informatik sind, wie er sagt. Einschüchtern lässt er sich davon nicht. «Ich mag Wettkämpfe, und ich vergleiche mich gerne. Dann weiss ich, wo ich stehe», sagt er.

Seine Aufgabe an der World Skills wird sein, ein Programm für eine fiktive Fluggesellschaft zu schreiben, mit der sich unter anderem Flugverbindungen heraussuchen lassen. Das vermutet der 21-Jährige zumindest. Es sei eine typische Wettkampfaufgabe und ausserdem würden die Vorbereitungsmaterialien darauf hinweisen, sagt er.

Ganzes Team arbeitet an Programmen

Während des Wettkampfes ist Manuel Allenspach auf sich alleine gestellt. Er hat keinen Zugang zum Internet, darf keine Hilfsmittel benutzen und sich mit niemandem absprechen. Hinzu kommt grosser Zeitdruck. Die Aufgabe ist so berechnet, dass sie zeitlich praktisch nicht zu schaffen ist. «Wichtiger ist es, dass das, was man abliefert, auch wirklich funktioniert und richtig programmiert ist», sagt er.

Manuel Allenspachs Arbeitsalltag in der Verwaltungsrechenzentrum AG St. Gallen in St. Gallen unterscheidet sich indessen total von der Atmosphäre, wie sie während des Wettkampfes in Abu Dhabi herrscht. Seine Abteilung ist dafür zuständig, Programme für die Verwaltung digitaler Dokumente zu programmieren und zu unterhalten. Das Klischee stimme nicht, dass ein IT-Software-Entwickler am liebsten für sich alleine vor einem Computer sitze. In dem Beruf sei Kommunikationstalent und Teamgeist gefordert. «Die Programme sind so gross geworden, dass immer ein ganzes Team daran arbeitet und es viel Koordination braucht» sagt er. Zudem müsse man stets zwischen Personen mit unterschiedlichem technischen Verständnis vermitteln. Auch in seinem Arbeitsalltag ist diese Fähigkeit regelmässig gefordert.

Letzter Wettkampf für ihn dieser Art

Dass er Programmierer werden wollte, war für Manuel Allenspach schon in der Oberstufe klar. Er sei zwar auf einem Bauernhof in Gossau aufgewachsen, habe allerdings schon früh gemerkt, dass ein handwerklicher Beruf nicht sein Ding ist. «Alles technische faszinierte mich aber, darum schnupperte ich mehrmals in IT-Unternehmen», sagt er. Seine Lehre machte er schliesslich bei dem Uzwiler Unternehmen Bühler. Für Manuel Allenspach ist es der richtige Beruf. Im September hat er daher berufsbegleitend das Studium Software Engineering an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur begonnen. Nach dem Grundlagenjahr kann er sich danach für einen Fachbereich wie beispielsweise «künstliche Intelligenz» entscheiden und sich spezialisieren.

Zunächst stehen nun aber die World Skills an. Es wird für Manuel Allenspach, der bereits auch viermal bei den Swiss Skills mitgemacht hat, der letzte Wettkampf dieser Art sein. Das Alter der Teilnehmenden ist auf 22 Jahre begrenzt. Manuel Allenspach möchte gut abschneiden, auch weil er im Geschäft wann immer nötig Trainingszeit zur Verfügung gestellt bekommen hat. Er sagt: «Alle unterstützen mich, wünschen mir Glück und fragen nach, wie es läuft. Aber natürlich gibt es auch hin und wieder nicht ganz ernst gemeinte Sprüche.»

 

 


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