"Ich kann es fast nicht fassen"

GOSSAU ⋅ Manuel Allenspach hat an den "World Skills" in Abu Dhabi eine Goldmedaille als Applikationsentwickler geholt. Der 21-Jährige über den überraschenden Erfolg und den Willen, etwas zurückzugeben.
25. Oktober 2017, 07:04

Manuel Allenspach, haben Sie für Ihre Goldmedaille einen Ehrenplatz gefunden?

Nein, bisher noch nicht. Ich benötige sie immer wieder für Interviews und Fototermine. Später werde ich sie dann aufhängen.

Hätten Sie es sich jemals erträumen können, Weltmeister zu werden?

Nein, keineswegs. Ich kann es selbst noch fast nicht fassen. Die Weltmeisterschaft in Applikationsentwicklung in Abu Dhabi ist etwas ganz anderes als die Schweizer Meisterschaft. Ich habe bis zum Schluss nicht gewusst, dass ich so gut dran bin. Ich hätte auf dem ersten Platz, aber auch auf dem zehnten sein können. Die Experten haben nichts durchsickern lassen. Der erste Rang kam also wirklich überraschend für mich.

Wie haben Sie den Aufenthalt in Abu Dhabi erlebt?

Am Wettkampf haben unglaublich viele Leute teilgenommen. Es war eine ganz spezielle Stimmung. Besonders im 38-köpfigen Schweizer Team haben wir uns gut verstanden. Aber auch mit den Konkurrenten war es mehr ein Mit- als ein Gegeneinander.

Haben Sie auch etwas vom Persischen Golf gesehen?

Wir waren drei Tage vor dem Wettkampf da, um uns an das Klima zu gewöhnen. Die Veranstalter haben auch einen eintägigen Auflug in die Wüste Abu Dhabis organisiert. Sonst haben wir uns hauptsächlich auf den Wettkampf konzentriert.

Mussten Sie sich gegen starke Konkurrenten durchsetzen?

Die Konkurrenz war gross. Die Software-Entwicklerin aus Russland war sehr stark. Überraschenderweise schnitten Korea und Brasilien, die sonst weit vorne dabei sind, nicht so gut ab.

Sind Sie während des Wettkampfs an einem Punkt angelangt, an dem Sie nicht mehr weitergewusst haben?

Zum Glück nicht. Ich war gut in der Zeit und konnte fast alle Aufgaben erledigen. Zudem gab es keine technischen Probleme.

Welche Rückmeldungen haben Sie erhalten?

Das Echo war riesig. Nach der Heimreise aus Abu Dhabi wurde ich am Flughafen Zürich von meinen Kollegen und Mitarbeitern überrascht. Zu Hause gab es dann einen weiteren Empfang mit ­meiner Familie und den Nachbarn.

Was haben Sie für die Zukunft geplant?

Vorerst werde ich mich auf das Studium in Software Engineering an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur konzentrieren.

Werden Sie künftig an weiteren Wettkämpfen teilnehmen?

Die «World Skills» sind eine Gelegenheit, die man nur einmal im Leben hat. Ich kann altersbedingt kein weiteres Mal teilnehmen. Gerade weil es ein einmaliges Erlebnis war, möchte ich etwas zurückgeben. Ich wurde bereits angefragt, ob ich bei den Regional- und Schweizer Meisterschaften mithelfen will. So könnte ich der Organisation und meinen Berufsleuten etwas zurückgeben und mich für die spannende Zeit bedanken. (ror)


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