Grillieren wie in Argentinien

FLEISCH ⋅ Andreas Nöckl und Manuel Würth produzieren in Lömmenschwil Grills nach argentinischem Vorbild. Die Jungunternehmer stecken sich hohe Ziele.
21. August 2017, 05:17
Perrine Woodtli

Perrine Woodtli

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Argentinien ist bekannt für sein Fleisch. Grillfeste (spanisch Asado) gleichen im südamerikanischen Land einer Religion. Ein Asado durften auch die St. Galler Andreas Nöckl und Manuel Würth miterleben, als 2010 Würths Schwester den Argentinier Guido Villaclara heiratete. «Das Asado war ein einmaliges Erlebnis», sagt Nöckl. Es sei nicht bloss das Fleisch gewesen, das sie begeistert hätte. «Es war das ganze Drumherum. Der Grill, die Vorbereitung, die Art, das Fleisch zuzubereiten, einfach alles.»

Ihr erstes Asado ging den beiden nicht mehr aus dem Kopf. «Wir wollten auch den Schweizern ein solches Erlebnis ermöglichen», sagt Würth. Er, Nöckl und Villaclara tüftelten an einem Grill nach argentinischem Vorbild. «Das war spannend, aber auch schwierig. Wir hatten weder eine Werkstatt noch die Erfahrung», sagt Nöckl. Der 29-Jäh­rige ist Polymechaniker. Der 32-jährige Würth ist IT-Spezialist. Guido Villaclara lebt heute in Argen­tinien und arbeitet mit Würth und Nöckl aus der Ferne zusammen.

Ein Männerspielzeug auch für Frauen

Ihre Werkstatt befindet sich mittlerweile in Ruggisberg in Lömmenschwil, wo Nöckl aufgewachsen ist. 2016 gründeten sie die Bismab GmbH, eine Firma für Produktdesign. Ihr erstes Produkt ist der Grill. «Zurzeit konzentrieren wir uns nur auf ‹azado Grill›. Das ist unser Baby. Da steckt viel Herzblut drin», sagt Nöckl. Die Jungunternehmer versprechen nicht mehr als ein unvergessliches Grillerlebnis. «Wir haben einen Grill gebaut, den wir selber gerne hätten», sagt Nöckl.

Bei ihren Grills treffe argentinische Tradition auf Schweizer Design und Qualität. Das wichtigste Merkmal ist der Rost mit V-Profil, wie er in Argentinien üblich ist. Er verhindert, dass Fett in die Glut tropft. «Das Fleisch wird so vor schwarzem Russ und Flammen verschont», sagt Nöckl. Mit dem «azado Grill» erledigt sich zudem die Frage, ob man mit Gas oder Kohle grillieren will: Beides ist möglich. Nöckl und Würth liessen es sich nicht nehmen, einige Spielereien einzubauen. So ist im Grill ein Flaschenöffner integriert. Er gleicht so einem grossen Männerspielzeug. «Er ist aber natürlich auch für Frauen, die den Grill genauso mögen», sagt Würth und lacht.

Erhältlich sind die Grills seit Anfang Jahr, nachdem Nöckl und Würth ihr Produkt an der Offa vorstellen konnten. «Wir sind sehr zufrieden bisher. Wir kommen kaum nach mit der Produktion», sagt Würth. Sie hätten bereits Anfragen erhalten von Geschäften, die den Grill ins Sortiment aufnehmen wollen. Damit wollen sie aber noch warten. Lieber würden sie langsamer voranschreiten, dafür eine gute Qualität und einen guten Service sicherstellen. Nöckl: «Unser Ziel ist es, mit ausgewählten Fachgeschäften zusammenzuarbeiten.» Derzeit arbeiten die beiden mit drei Partnern zusammen, die Einzelteile herstellen. «Irgendwann wollen wir alles selber produzieren und Arbeitsplätze schaffen.» Die beiden sind sich einig: «Ein hochgestecktes, aber realistisches Ziel.»


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