Autobahnlärm stört auch künftig die ewige Ruhe auf dem Friedhof Hofegg

GOSSAU ⋅ Der Bund geht auf die Einsprache des Stadtrates nicht ein und hält an seinen Lärmschutzplänen fest: Gegen den Lärm im Friedhof Hofegg wird nichts unternommen.
11. Januar 2018, 05:20
Sebastian Schneider

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Rückschlag für die Stadt Gossau: Der Lärm der Autobahn A1 wird Besucher des Friedhofs Hofegg weiterhin stören. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat die Einsprache des Gossauer Stadtrats abgelehnt. Der Bund sehe sich nicht verpflichtet, etwas gegen den Lärm, an dem sich Gossauer vor allem an Beerdigungen stören, zu unternehmen. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation hat die weiteren Vorbehalte des Stadtrats abgewiesen, wie die Stadt in einem Schreiben mitteilt. Der Stadtrat setzte sich zur Wehr, als das Astra im Frühling 2016 das Lärmschutzprojekt für die Autobahn im Abschnitt Wil bis Gossau aufgelegt hatte. Allerdings zeigt sich nun, dass er damit nicht viel erreichen konnte: Im Einspracheverfahren musste das Astra gemäss Mitteilung zwar noch Abklärungen nachliefern, doch der Entscheid war unumstösslich.
 

Weder Bund noch Stadt ergreifen Massnahmen

Der Stadtrat habe aufgrund der Lage und der Meinung zugezogener Experten entschieden, auf einen Rekurs gegen die Ablehnung der Einsprache zu verzichten, sagt Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt, auf Anfrage. Die Argumente sind offenbar zu stichhaltig: Bei den Gebäuden im Friedhof werden die Grenzwerte gemäss Mitteilung eingehalten. Und für das übrige Friedhofgelände seien keine Belastungsgrenzen definiert, weshalb keine Schutzmassnahmen vorgeschrieben seien.

Stand heute gibt es also keine Lösung gegen den Friedhofslärm. Denn die Stadt, die Eigentümerin des Friedhofs, verfolgt das Thema laut Salzmann nicht weiter: «Der Lärm wird durch eine Bundesstrasse verursacht.» Da die Stadt nicht Lärmverursacherin sei, werde sie auch keine Massnahmen ergreifen.


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