Es brodelt in der Gastroszene

UMBRUCH ⋅ Nach dem Konkurs in der «Henessenmühle» verlässt Gastronom Thomas Breitenmoser auch das Werk 1. Er kehrt Gossau den Rücken. Die «Henessenmühle» steht derweil kurz vor Wiedereröffnung.
09. August 2017, 07:44
Noemi Heule

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noemi.heule

@tagblatt.ch

In der Gossauer Gastroszene kocht derzeit die Gerüchteküche. Hauptfigur in den Stammtischgesprächen ist vor allem einer: Thomas Breitenmoser. Nachdem bereits die «Henessenmühle» wegen Konkurs schliessen musste, kehrt dessen langjähriger Pächter nun angeblich auch dem Werk 1 den Rücken. Fakt ist: Ende Juli wurde sein Name im Handelsregister aus der Werk 1 AG, der Betreibergesellschaft des Restaurants, gestrichen. Zuvor war ­Breitenmoser selbst Mehrheitsaktionär und als Verwaltungsratspräsident eingetragen. Sein Anteil an der Firma wurde vollständig von der Granova Group, vormals Grass Gruppe, aufgekauft. Thomas Breitenmoser lässt mit seinen Aktien auch seine Stelle im Restaurant zurück.

Die Trennung sei «in gegenseitigem Einverständnis» erfolgt, sagt Sven Bradke, Medienverantwortlicher des Unternehmens, auf Anfrage. Als neuer Verwaltungsratspräsident der Werk 1 AG wurde David Grass, Sohn von Farbmogul Rolf Peter Grass, gewählt. Restaurantleiter Simon Fischer übernimmt interimistisch die Führung des Betriebs. Auf das Tagesgeschäft im Werk 1 haben diese personellen Änderungen jedoch keinen Einfluss, wie Bradke weiter betont. Das Werk 1 sei ein attraktives Restaurant und werde im bisherigen Stil weitergeführt.

Keine Verstrickungen zwischen den Betrieben

Auch möchte Bradke Gerüchte aus dem Weg räumen, wonach Verstrickungen zwischen den beiden Betrieben bestünden. Und mit der «Henessenmühle» gleichzeitig auch das Restaurant im Werk 1 in Schwierigkeiten stecke. «Die Firma ist gut auf- gestellt», sagt er. Und ergänzt: «Die einzige Verbindung zwischen den beiden Betrieben war die Person von Thomas Breitenmoser.» Grund für den plötzlichen Wechsel an der Spitze der Aktiengesellschaft sei allein ein «unternehmerischer Entscheid» gewesen.

Das Werk 1 in Gossau soll trotz neuer Geschäftsführung im gewohnten Stil weitergeführt werden. Zoom

Das Werk 1 in Gossau soll trotz neuer Geschäftsführung im gewohnten Stil weitergeführt werden.

Breitenmoser steckt mit der Firma Gastfreunde GmbH, in deren Namen er das Restaurant in der mittelalterlichen Mühle führte, in einem Konkursverfahren (Tagblatt vom 30. Juni). Der Betrieb musste auf richterlichen Beschluss im Juni eingestellt werden. Seit Herbst des vergangenen Jahres stand das Restaurant ohnehin nur noch für Anlässe und Bankette ab 20 Personen offen.

Nachdem bereits sein Vorgänger Konkurs angemeldet hatte, übernahm Breitenmoser das Lokal 2009. Auch damals war er kein Unbekannter in der hiesigen Gastroszene: Er schloss seine Lehre in der «Ilge» in Arnegg ab, arbeitete unter anderem im «Hof Weissbad» und führte das «Neugässli» in St.Gallen. Die einzelnen Betriebe führte Breitenmoser jeweils unter verschiedenen Firmennamen und Organisationsformen. Zusätzlich nahm er in Gossau weitere Aufgaben wahr. So war er unter anderen für das Catering an der Gewerbeausstellung G 17 vorgesehen, die Anfang September stattfindet. Eine Aufgabe, die er ebenfalls per sofort niedergelegt hat.

Thomas Breitenmoser war gestern für eine persönliche Stellungnahme nicht erreichbar. Über Medienvertreter Sven Bradke liess er allerdings mitteilen, dass er sich fortan auf seine Aufgabe in der Firma GU Plackerei fokussieren werde. Unter diesem Namen betreibt er in Flawil ein Mitarbeiterrestaurant.

Derweil zieht bald wieder Leben ein in der «Henessenmühle» am Rande von Gossau. Die Besitzerin der Liegenschaft, die Gesellschaft Henessen, hat bereits einen neuen Pächter gefunden. Per Anfang September übernimmt die Familie Frappietro den geschichtsträchtigen Betrieb. Sie führt derzeit die Pizzeria Super Mario in St.Gallen.

 


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