Ein Kommen und Gehen

PERSONALIA ⋅ Einige machen es dem Gemeinwohl zuliebe, andere arbeiten an ihrer Karriere. Weitere haben aber genug oder fliehen sogar: 2017 stand Gossau, Waldkirch und Andwil im Zeichen der personellen Wechsel.
28. Dezember 2017, 06:24
Sebastian Schneider

Sebastian Schneider

sebastian.schneider

@tagblatt.ch

Dass alles ständig in Bewegung ist, haben 2017 vor allem die unzähligen personellen Veränderungen in Gossau, Waldkirch und Andwil gezeigt. Prominenteste Personalie ist gewiss Gossaus erster Stadtpräsident Alex Brühwiler, der nach über 17 Jahren im Amt seinen Rücktritt per Ende Mai 2018 bekannt gab. Kurz zuvor hatte Bauchef Stefan Lenherr sein Ausscheiden aus dem Stadtrat mitgeteilt. Die beiden Rücktritte haben die Stadtpolitik von Frühling bis Weihnachten geprägt. Und abgeschlossen ist das Thema noch nicht. Claudia Martin setzte sich zwar gegen die Konkurrenten Monika Gähwiler-Brändle und Stefan Harder durch und wurde als Lenherrs Nachfolgerin gewählt; fürs Stadtpräsidium braucht es allerdings einen zweiten Wahlgang. Ende Januar wird die Entscheidung zwischen Daniel Lehmann und Wolfgang Giella fallen. In Waldkirch startete am 1. Januar Aurelio Zaccari nach der 26-jährigen Franz-Müller-Ära seine Karriere als Gemeindepräsident in Waldkirch. Das gleiche tat Toni Thoma in Andwil, Nachfolger von Dominik Gemperli. Auch die Schulpräsidien wurden im Vorjahr neu besetzt. In Waldkirch startete Susanne Roth, in der Primarschulgemeinde Andwil-Arnegg übernahm Christoph Meier.

Auch in den Verwaltungen wurden in diesem Jahr Schlüsselpositionen neu besetzt. Ivan Furlan etwa, Leiter des Hochbauamtes, verliess Gossau in Richtung St. Gallen. An seine Stelle trat Anfang September Yvo Lehner. Kurz vor Jahresende gab zudem Markus Baer, Leiter der Gossauer Stadtwerke, seinen Austritt auf Ende März 2018 bekannt. Auch bei den Stadträten kam es zu einem Wechsel: Gaby Krapf-Gubserübernimmt die Aufgaben von Stefan Lenherr und wird Leiterin Bau, Umwelt und Verkehr. «Jeder hat seinen Platz gefunden», sagte Yvo Lehner kürzlich im «Tagblatt». Bleibt zu hoffen, dass er recht behält und dass im kommenden Jahr etwas Ruhe einkehrt in der Stadtverwaltung.

Die Liste mit den personellen Wechseln lässt sich beliebig verlängern. Auch im Walter-Zoo gab es einen wichtigen Wechsel: Reto Mock hat das Verwaltungsratspräsidium von Paul Scheiwiller übernommen. Veränderung gab es auch bei der katholischen Kirchgemeinde Gossau: Matthias Fürer ist nun anstelle von Ruedi Manser Präsident des Kirchenverwaltungsrats.

Von einem Generationenwechsel spricht man bei drei Gossauer Parteien. Die CVP wird neu von Elmar Hardegger präsidiert, die SVP von Pascal Fürer. Zudem übernimmt ab dem neuen Jahr Andrin Fröhlich das Präsidium der FDP. Mit Marlies Eeg-Blöchliger, Felix Koller und Remo Schelb haben gleich drei Parlamentarier ihren Rücktritt gegeben. Es gibt aber auch Wirte, die 2017 genug von ihrer Arbeit hatten. Gastronom Thomas Breitenmoser kehrte nach dem Konkurs der «Henessenmühle» Gossau den Rücken und gab auch das «Werk 1» auf. Spektakulär war der Abgang des «La Piazza»-Wirtes, der mit seiner Familie nach Neapel floh.