Der Gossauer Nachwuchs glänzt

GOSSAU ⋅ Am Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb haben 17 Kinder und Jugendliche der Musikschule Fürstenland einen Preis gewonnen. Die drei Jüngsten von ihnen erzählen, wie sie den Wettbewerb erlebt haben.
31. März 2018, 08:08
Nina Rudnicki

Nina Rudnicki

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Gleich 17 Schülerinnen und Schüler der Musikschule Fürstenland in Gossau haben am Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb einen Preis gewonnen – und das bei insgesamt 38 Preisträgern. Jetzt, zwei Wochen später, stehen sie auf der Bühne der Musikschule und drängen sich für das Gruppenfoto aneinander. Stolz halten sie ihre Instrumente der Kamera entgegen und strahlen. Die drei jüngsten Teilnehmer sind der 7-jährige Aron Lanter aus Flawil, die 9-jährige Anina Schärer aus Andwil und die 9-jährige Sophie Frankenberger aus St. Gallen.

Während die übrigen Kinder ihre Instrumente nach dem Fototermin wieder einpacken, erzählen die drei stellvertretend für alle von den Erlebnissen am Wettbewerb. «Am Jugendmusikwettbewerb mitzumachen hat mir gefallen. Ich habe noch am Abend Glückstränen geweint», sagt Sophie Frankenberger. Sie spielt Geige, hat erstmals am Wettbewerb teilgenommen und den zweiten Platz belegt. «Dass ich gleich beim ersten Mal einen Preis gewinne, hat mich überrascht. Ich bin sehr zufrieden», sagt sie. Sophie Frankenberger übt täglich bis zu eineinhalb Stunden. An der Geige gefielen ihr die hohen und frischen Töne. Für das Instrument entschieden hat sie sich, weil bereits ihre Mutter und Grossmutter Geige spielen.

Wettbewerb ist Mehrarbeit

Vor zwei Jahren haben am Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb 11 Schulkinder einen Preis gewonnen. «Wir haben uns also deutlich gesteigert», sagt Musikschulleiter Thomas Burri-Lucain. Hauptgrund für die Steigerung ist, dass deutlich mehr Musiklehrpersonen mitgemacht und ihre Schulkinder angemeldet haben. «Für die Lehrer und Kinder bedeutet der Wettbewerb viel Mehrarbeit. Die Proben und der Auftritt müssen organisiert werden. Hinzu kommt viel mehr Übungszeit», sagt er. «Es ist nicht selbstverständlich, dass sich alle so engagieren.» Das zeuge von guter Arbeit.

Am Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb messen sich seit über 40 Jahren Nachwuchsmusiker und Musikschüler. 1975 hatte Gerd Albrecht, der damalige Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich, die Idee, mit dem Jugendmusikwettbewerb eine Plattform für musikalische Talente zu schaffen. Mittlerweile ist der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb der grösste nationale Musikwettbewerb. Mehr als 1000 Jugendliche im Alter von 8 bis 20 Jahren machen jährlich an den Wettbewerben in den verschiedenen Kategorien Klassik, Jazz, Rock und Pop mit. Zugelassen wird, wer sich in einer regionalen Vorentscheidungsrunde qualifiziert.

Tägliches Üben gehört dazu

Für die Kinder und Jugendlichen ist der Wettbewerb eine gute Lebensschule. Sie lernen mit Kritik und Nervosität umzugehen. Der 7-jährige Aron Lanter erzählt, wie aufgeregt er kurz vor seinem Auftritt war. «Aber dann habe ich meinen Mut zusammengenommen und bin auf die Bühne gegangen», sagt er. Mit seiner keltischen Harfe hat er sich auf den ersten Platz gespielt. «Ich habe zum ersten Mal etwas gewonnen», sagt er und fügt an: «Ich habe jeden Tag geübt.» Auch Anina Schärer erzählt gerne vom Wettbewerb. Sie hat ebenfalls den ersten Platz gewonnen. Dass sie Klavierspielen lernen möchte, merkte sie, als sie Zuhause auf einem Keyboard experimentierte. «Am Klavier gefällt mir, dass ich einfach los spielen kann», sagt sie. An den Schweizerischen Musikwettbewerb angemeldet hat sie ihre Klavierlehrerin. «Am Auftritt war ich nervös. Aber weil ich schon beim Stufentest mitgemacht habe, hatte ich schon Erfahrung.»

Die Auszeichnungen kommen laut Burri-Lucain in erster Linie den Musikschülern zugute. «Natürlich sind die Preise auch wichtig für den Ruf der Musikschule. Aber wichtiger ist, wie sie sich auf die Schulkinder auswirken», sagt er. «Denn gute Leistung ist die beste Motivation, auf seinem Instrument zu üben.»