«Chemie ist wie ein Sudoku»

WALDKIRCH ⋅ Luca Schmutz durfte diesen Sommer an der internationalen Chemie-Olympiade in Thailand teilnehmen. Zurückgekehrt ist er mit vielen Erinnerungen und neuen Zielen.
12. August 2017, 05:17
Lisa Inauen

Lisa Inauen

lisa.inauen@tagblatt.ch

In Kroatien, auf Mallorca und in Thailand war er diesen Sommer schon. Nächste Woche wird er für einen sechswöchigen Sprachaufenthalt nach Dublin reisen. Luca Schmutz, der eben seine Lehre als Chemielaborant bei Novartis erfolgreich abgeschlossen hat, geniesst seine Ferien in vollen Zügen. «Die Zeit vor der Olympiade war anstrengend», sagt der 18-jährige Waldkircher. Lehrabschlussprüfungen, Berufsmatura und Vorbereitungen für die Olympiade forderten ihn in den letzten Wochen. Doch: «Mit Chemie kann ich mich stundenlang beschäftigen, es wird niemals langweilig.»

Luca Schmutz qualifizierte sich mit einer Goldmedaille an der Schweizer Chemie-Olympiade für den internationalen Wettbewerb. Die vier Besten der Schweizer Finalrunde erhielten eine Medaille und verbrachten zehn Tage in Thailand. Dort erwartete die Gymnasiasten und Chemielaboranten Konkurrenz aus 75 Ländern. Eine Theorie- und eine Praxis-Prüfung wurden absolviert.

Ziel ist die ETH

«Die fünf Stunden im Labor fühlten sich wie 15 Minuten an», sagt Schmutz. Die theoretische Prüfung machte ihm aber mehr Spass als die praktische: «Eine solche Prüfung ist wie ein Sudoku.» Für eine Medaille reichte es leider nicht, doch der Chemielaborant zieht ein positives Fazit: «Der Austausch mit Gleichgesinnten war sehr bereichernd.» Durch mehrere Exkursionen und seinen thailändischen Zimmergenossen erfuhr er viel über das Gastgeberland.

Die Teilnehmer bereiteten sich unterschiedlich intensiv auf die Olympiade vor. Das Team aus der Schweiz hatte einen Mentor, von dem es unterstützt wurde. Ansonsten hat sich Schmutz selber vorbereitet, «die LAP war mir aber wichtiger». Die Aufgaben an der Olympiade seien anspruchsvoller als jene an der LAP gewesen. Luca Schmutz mag Herausforderungen, deshalb gefiel ihm in seiner Lehre das Arbeiten in der Forschung. «Man muss das vorhandene theoretische Wissen anwenden und in der Praxis ausprobieren», sagt Schmutz. Der Chemieunterricht am Gymnasium war ihm zu theoretisch, lieber wollte er praktisch arbeiten. Deshalb entschied er sich für eine Lehre als Chemielaborant in Basel. Eine Entscheidung, die er nicht bereut: «Die Dinge, die ich gelernt habe, sind eine gute Basis für ein Studium.» Dafür muss er erst die Passerelle machen. Ab Oktober wird er abends wieder die Schulbank drücken. «Das passt gut, ich bin kein Morgenmensch», lacht Schmutz. Danach will der Chemiebegeisterte an die ETH nach Zürich. Offen ist, ob er Chemie oder Interdisziplinäre Naturwissenschaften studieren wird, denn auch Biologie und Physik faszinieren ihn.

Vieles lasse sich mit Naturwissenschaften erklären, sagt Schmutz. Die Komplexität und Vielfalt der Moleküle unserer Umwelt sei «ein Wunder». Diesen Respekt vor der Natur gibt er als Jungscharleiter weiter. Schmutz betrachtet die Welt auch gerne durch seine Kameralinse, fotografiert leidenschaftlich gerne Naturphänomene. «Chemie ist spannend, aber in meiner Freizeit unternehme ich gerne auch andere Dinge», sagt Luca Schmutz und beginnt von seinem nächsten Ziel, dem Fischerpatent, zu erzählen.

 


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