Bis 2020 ist der Güsel versenkt

ABFALL ⋅ In Gossau fehlen noch 135 Unterflurbehälter. Für deren Bau braucht es noch viel Überzeugungsarbeit. Dennoch soll das Projekt rasch realisiert werden. Denn sonst könnte das Geld ausgehen.
21. Oktober 2017, 07:53
Marlen Hämmerli

Marlen Hämmerli

marlen.haemmerli@tagblatt.ch

Seit einer Woche entsorgen auch die Anwohner des Neuchlen­steigs 3 ihren Abfall auf neue Art und Weise. Dort wurde kürzlich der 15. Unterflurbehälter (UFB) in Gossau realisiert. Einige Anwohner müssen ihren Kehrichtsack nun weiter tragen als zuvor. Mit dem Wurf in den UFB werden dafür einige Probleme gelöst. Wer in der Nähe eines Unterflurbehälters wohnt, kann seinen Kehricht jederzeit entsorgen. Ausserdem werden die Mitarbeiter der Kehrichtabfuhr entlastet: «Das Kehrichtfahrzeug hält nur noch beim Unterflurbehälter und nicht mehr bei jedem Haus», sagt Virgile Koster, Leiter Logistik beim Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB). «Dadurch wird auch die Sicherheit und die Lebensqualität in den Quartierten erhöht.» Nach fünf bis zehn Minuten sei das Fahrzeug wieder aus dem Quartier raus. Das System hat aber laut Koster auch zur Folge, dass die grossen Container bei den Häusern nicht mehr geleert werden.

Den Müll nicht weiter als 300 Meter tragen

Insgesamt sollen in Gossau und Arnegg rund 150 Unterflurcontainer realisiert werden. Dies geht zurück auf ein Grobkonzept, das der ZAB für die Gemeinde erstellt hat. «Wir haben dafür Kehrichtsäcke gezählt und geschaut, wo wie viel Abfall anfällt», sagt Koster. «Ausserdem soll der Weg zum Behälter nicht weiter als 250 bis 300 Meter sein.» Das Grobkonzept wurde mit der Gemeindeverwaltung besprochen und vereinbart. Die restlichen Schritte sind Sache der Gemeinde: von den Verhandlungen mit dem Grundeigentümer über die Planung, das Baugesuch bis hin zur Realisierung. All dies und auch die Instandhaltung des UFB kosten Geld. Deshalb bezahlt der ZAB pro Behälter 6000 Franken. Die Delegiertenversammlung des ZAB hat für die rund 1500 UFB im Einzugsgebiet einen Kredit über 16 Millionen Franken bewilligt. Dieser läuft Ende 2026 aus, weshalb bis dann alle 1500 UFB realisiert sein müssen.

Gossau ist hier auf einem guten Weg. Für den Bau der 150 Unterflurcontainer musste das Stadtparlament keinen Kredit bewilligen. Denn laut Projektleiter Beat Lehmann reicht voraussichtlich der ZAB-Beitrag für alle UFB aus. Inzwischen wurden 20 Baugesuche für 22 Unterflurcontainer eingereicht, wie Lehmann kürzlich in der «Wiler Zeitung» sagte. Davon ist rund die Hälfte bereits bewilligt. Die andere befinde sich noch im Bewilligungsverfahren: «Dass bisher nur eine Einsprache einging, freut mich.»

Von der Einigung mit dem Landbesitzer bis zum Baubeginn vergehen laut Lehmann sechs bis sieben Wochen. Damit ist je­- weils eine Hürde geschafft, denn die Landnutzungsverhandlungen sind ein Knackpunkt im ganzen Prozess. «Mit allen Eigentümern führen wir Gespräche und leisten wo nötig Überzeugungsarbeit.» Zudem wird den Landbesitzern laut Lehmann für die Nutzung der rund vier Quadratmeter eine Pauschalentschädigung von 500 Franken gezahlt.

Mitte 2019 will der ehemalige Leiter der Stadtwerke alle Standortfragen geklärt haben. Danach soll es vorwärts gehen: «Bis etwa 2020 werden wir das Konzept flächendeckend umgesetzt haben.»


Leserkommentare

Anzeige: