Beton raus, Licht rein

WIEDERERÖFFNUNG ⋅ Die Mitarbeiter der Raiffeisenbank Gossau-Niederwil haben dieser Tage die renovierte Bank an der Herisauerstrasse bezogen. Mit dem Umbau hat sich nicht nur optisch etwas verändert.
06. Oktober 2017, 05:20
Sebastian Schneider

Sebastian Schneider

sebastian.schneider

@tagblatt.ch

Roger Wichser ist sichtlich erfreut. Im Eingangsbereich der frischrenovierten Raiffeisenbank an der Herisauerstrasse in Gossau schaut der Bankleiter den Angestellten am Eingangspult und an den Schaltern zu. Dabei stellt er zufrieden fest: «Das neue Konzept funktioniert bestens.» Im Zeitalter der Digitalisierung müssen laut Wichser auch Banken umstellen, sich dem neuen Kundenverhalten anpassen. So ist die umgebaute Filiale nicht nur optisch neu, sondern ermöglicht auch ein neues betriebliches Konzept.

Beratung im Zimmer «Weibelhaus»

Der 55-Jährige führt durch die neuen Räume, welche die 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mitte September bezogen haben. In diesen sollen die Kunden ­länger und vertiefter beraten werden. «‹Wir nehmen uns Zeit für Sie›, ist ja unser Werbeslogan», sagt Wichser. Der Spruch verrät auch gleich einen Teil des neuen Betriebskonzepts: «Kurze Geschäfte, also Ein- und Auszahlungen, werden nur noch in der 24-Stunden-Zone an den Bancomaten abgewickelt.» Wichser ist überzeugt, auf diese Erneuerung können sich die Kunden rasch einstellen. Da der Personal­bestand nach dem Umbau un­verändert bleibt, habe man nun mehr Kapazität für vertiefte Beratungen. Solche Gespräche finden in den neuen Räumen statt, die nach Gossauer Wahrzeichen benannt sind. Darin hängen grosse Reliefs aus Gips, die etwa das Weibelhaus oder die Henessenmühle abbilden. Gefertigt wurden die Werke laut Wichser vom Gossauer Künstler Markus Niedermann.

Mit der Akzentuierung auf die Beratung reagiert die Bank auf das vermehrte Fernbleiben der Kunden: «Nur die wenigsten unserer Kunden kommen mehr als sechsmal im Jahr bei uns ­vorbei», sagt Wichser. Mit einer guten Beratung wolle man die Kunden wieder zu sich holen, man müsse jetzt vermehrt auf die Kunden zugehen.

Charakter des Hauses bleibt unverändert

Die Umbauarbeiten dauerten knapp ein Jahr. Wie viel die gesamte Renovierung gekostet hat, will Wichser nicht verraten. Ganz gratis kann sie angesichts der baulichen Massnahmen aber nicht gewesen sein.

Damit der Kundenbereich mit Holztisch und weiteren Sitzgelegenheiten offen und hell wird, habe man ziemlich viel Beton herausschneiden müssen. «Licht an» lautet gemäss Roger Wichser auch das Konzept der «Zimmer Schmidt Architekten» aus Zürich, die vor über zwei Jahren den Architekturwettbewerb gewonnen haben. Auch an der Decke wurden Flächen ausgespart, weshalb nun Tageslicht in die Halle strömt. Grundsätzlich habe man den betonen Charakter des Hauses beibehalten ­wollen, sagt Wichser. Die Holz­verkleidung an den Wänden tue dennoch gut, sie erzeuge eine Wärme.


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