Auch Gossau muss pressieren

SIEBEN UMZONUNGEN GELTEN NOCH NACH ALTEM GESETZ ⋅ Aufgrund des neuen Planungs- und Baugesetzes des Kantons können ab 1. Oktober vorerst keine Umzonungen mehr durchgeführt werden. Nun stellt sich der Stadtrat hinter sieben Projekte.
26. August 2017, 05:19
Angelina Donati

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angelina.donati

@tagblatt.ch

Gesprochen wird schon lange davon, bald gilt es ernst. Das neue Planungs- und Baugesetz tritt ab 1. Oktober im Kanton St. Gallen in Kraft. Es bringe neue Zonenarten und zwinge die Gemeinden, ihren Richtplan und Zonenplan vollständig zu überarbeiten, schreibt der Gossauer Stadtrat in einer Mitteilung. Diese Aufgabe habe Gossau bereits in Angriff genommen.

Bis der neue Zonenplan voraussichtlich 2020 erstellt ist, sind keine weiteren Umzonungen mehr möglich. Um weit fortgeschrittene Projekte nicht zu blockieren, werden die entsprechenden Teilzonenpläne nun öffentlich aufgelegt. Sie können somit noch nach jetzigem Recht erfolgen. In der Stadt St. Gallen sind es 16 Umzonungen, die nun für 30 Tage im Amtshaus ersichtlich sind (Tagblatt von Dienstag). Der Stadtrat Gossau seinerseits hat sich für sieben Um- und Einzonungen entschieden, wie es in der Mitteilung weiter heisst. «Bei diesen Vorhaben liegt uns viel daran, dass die Entwicklung nicht behindert wird», sagt René Haefeli, Leiter Stadtentwicklung von Gossau. Der Entscheid, genau diese Teilzonenpläne noch vor dem 1. Oktober öffentlich aufzulegen, sei Anfang Jahr mittels Auslegeordnung gefällt worden.

Walter-Zoo bis Arnegger Zentrum

Noch bis 25. September liegen die sieben Teilzonenpläne öffentlich im Rathaus in Gossau auf. Der Teilzonenplan Schwalbenstrasse, der das Betagtenzentrum Schwalbe betrifft. Dieses wird voraussichtlich ab 2020 von der Sana Fürstenland AG nicht mehr genutzt. Auf dem Areal sollen Wohnbauten entstehen. Somit findet eine Umzonung von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in die Wohnzone W3 statt.

Im Zentrum von Arnegg ist eine Überbauung mit sieben Mehrfamilienhäusern auf verschiedenen Grundstücken geplant. Teile im Gebiet Bächigen-, Bischofszeller- und Stationsstrasse gehören heute zur Gewerbe-Industriezone. Der Teilzonenplan Arnegg West fasst das ganze Gebiet als Kernzone zusammen. Weiter möchte der Stadtrat das städtische Grundstück 2331 an der Bächigenstrasse aus der Wohn-Gewerbezone in eine Gewerbe-Industriezone umzonen.

Um den Parkplatz südlich des Walter-Zoos langfristig zu sichern, wird auch diese Fläche als Intensiverholungszone definiert. Entwicklungspotenzial sieht der Gossauer Stadtrat zudem im schützenswerten Gebäude an der Hirschenstrasse 27 in Gossau. Dieses soll nicht nur für gewerbliche Aktivitäten, sondern neu auch für Wohnen genutzt werden. Mit der Umzonung von der Industrie-Gewerbezone in die Wohn-Gewerbezone wird gemäss Mitteilung die Grundlage geschaffen.

Ausserdem sollen im Erlenhof 1,4 Hektaren Land in die Industrie- und Gewerbezone eingezont werden. Und an der Wiler­strasse, beim Moosburgweg, beabsichtigt die Stadt, einen Abtausch von Landwirtschaftsland und Gewerbe-Industriezone.

 

 


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