Am Tag trinken, am Abend ins Bett

GOSSAU ⋅ Am Nachmittag im Club feiern, früh ins Bett und am nächsten Tag ausgeschlafen sein: Dayparty heisst dieser neue Trend, der auch in Gossau angekommen ist. Im BBC hat bereits die vierte Dayparty stattgefunden.
11. Dezember 2017, 05:17
Nina Rudnicki

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

Es ist kurz nach 16 Uhr. Vor dem BBC am Gossauer Bahnhof stehen Partygäste. Zwei Türsteher halten ihnen die Tür auf. Ein kurzer Handtaschen-Check, dann lassen sie die um die 20 Jahre alten Frauen und Männer in den Club. Drinnen wird bereits seit einer Stunde gefeiert. Ein DJ legt Musik auf und die Bartender reichen Getränk um Getränk über die Theke. Dayparty heisst dieses neue Format des Feierns, das Robert Häne, Marketingleiter im BBC, von Zürich nach Gossau gebracht hat. «In Zürich gibt es die SaNaPas schon seit acht, neun Jahren», sagt er. SaNaPa steht für Samstagnachmittag-Party.

BBC als Ostschweizer Pionier

Im Februar diesen Jahres war Häne erstmals selber an einer solchen Party in Zürich und so begeistert, dass er sie auch in Gossau ausprobieren wollte. Vier Daypartys wurden im BBC nun schon gefeiert. Um 18 Uhr sind laut Häne im Schnitt jeweils 400 Personen im BBC. 600 hätten im voll besetzten Club Platz. Die Zahlen würden für sich sprechen, sagt Häne: Daypartys seien ein echtes Bedürfnis. «Der Vorteil ist, dass unsere Gäste zwar am Samstag feiern können, aber um 22 Uhr nach Hause gehen und dadurch den ganzen Sonntag sinnvoll nutzen können», sagt er. Noch ist das BBC gemäss Hänes Angaben der einzige Club im Grossraum St. Gallen, der regelmässig Daypartys organisiert. Für den Trend sieht er in der Ostschweiz grosses Potenzial. «Allerdings muss es sich noch in den Köpfen verankern, dass man auch tagsüber feiern kann», sagt er. An diesem Nachmittag ist das BBC noch nicht so voll wie an einer normalen Party. Die Gäste können sich noch, ohne drängeln zu müssen, durch den Raum bewegen, und es finden sich überall genug Sitzplätze. Dennoch entsteht nach einiger Zeit im Club das Gefühl, dass es schon abends sein muss.

Typisch für Daypartys ist auch die ausgefallene Dekoration. Jede Party hat ein anderes Motto. Während im Sommer einmal Spezialdrinks in richtigen Ananas serviert wurden, waren an diesem Wochenende Samichläuse angesagt. Die Decke waren mit Chlaus-Kappen geschmückt und auf einem Bildschirm ein prasselndes Feuer installiert. «Auch Partygänger mögen Mandarinli», sagt Häne und verabschiedet sich in die Garderobe. An diesem Abend steht ihm noch ein Einsatz als Schmutzli bevor.


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