Afrika im Walter-Zoo

GOSSAU ⋅ Ab de bevorstehenden Wochenende ist der Walter-Zoo um eine Attraktion reicher. Das Savannenhaus wird eröffnet. Jetzt schon ist dort mächtig viel los, obwohl noch keine der 20 Tierarten eingezogen ist.
22. August 2017, 16:42
Corinne Allenspach

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch

Im neuen Savannenhaus im ­Walter-Zoo geht es an diesem Morgen zu wie in einem Ameisenhaufen – obwohl bisher kein Tier eingezogen ist. «Wir brauchen noch jeden einzelnen Tag bis zur Eröffnung», räumt Zoodirektor Ernst Federer ein. Und wer das Haus betritt, weiss, was er meint: Überall stehen Säcke voller Sand, Lehm und Steine, Kakteen warten in Töpfen aufs Einpflanzen und Angestellte des Zoos schaffen schubkarrenweise Material heran für die naturgetreue Ausgestaltung der Gehege. Der Einzige, der die Ruhe selbst ist, ist Paul Scheiwiller. Der Waldkircher, bis vergangenen Juni Verwaltungsratspräsident der Walter-Zoo AG, wird diesen Freitag als Baukommissionspräsident das Savannenhaus im Beisein geladener Gäste eröffnen. Nach Jahren der Planung, einigen Rückschlägen und zehn Monaten Bauzeit wird es seine letzte offizielle Amtshandlung sein.

Vor dem Pressetermin ist Scheiwiller extra früher gekommen, um sich Zeit zu nehmen, den Zoo erstmals als Besucher zu spüren, ohne immer an jeder Ecke Arbeit zu sehen. Scheiwiller hat dem Tiger zugeschaut und die vergangenen elf Jahre als Verwaltungsratspräsident Revue passieren lassen. «Während meiner Zeit wurde praktisch jedes Gehege modernisiert», sagt er. Zudem konnte im Januar dieses Jahres mit dem Landerwerb für eine ­Geländeerweiterung die Zukunft des Walter-Zoos gesichert werden. Wenn er jetzt so durch den Zoo spaziere, habe er «uh huere Freud», sagt der Unternehmer und SVP-Politiker: «Es ist ein richtig schönes Gefühl und es erfüllt mich auch mit Stolz.»

Neues Savannenhaus für über 20 Tierarten

Rund 1,5 Millionen Franken hat das neue Savannenhaus gekostet, in das über 20 verschie­dene Tierarten einziehen werden. Unter anderem Erdmännchen, Fuchsmangusten, Riesenschildkröten und Eierschlangen. Was die Besucher nicht zu sehen bekommen: welch ausgeklügelte Technik dahinter steckt. «Jede Lampe, jede Steckdose, jedes Ter­rarium wird einzeln gesteuert, da­mit Klima und Lichtverhältnisse möglichst identisch sind wie in freier Wildbahn», sagt Ernst ­Federer. Früher habe man in Zoos wenig Wert gelegt auf das Licht. Heute wisse man, dass das etwas vom Wichtigsten sei für die Tiere.

Eine Herausforderung war nicht nur die Finanzierung der Anlage, die, wie Paul Scheiwiller betont, «zu 100 Prozent spendenfinanziert ist», sondern auch die Erschliessung der Baustelle. Die Sicherheit der Zoobesucher hatte jederzeit Priorität und teilweise mussten die Bauarbeiter Zwangspausen einlegen, bis beispielsweise das Märchen im Zirkuszelt fertig war, um niemanden zu gefährden. Jetzt, kurz vor Eröffnung der Anlage, sind sich Federer und Scheiwiller einig: «Was lange währt und viele Diskussionen auslöst, ist am Schluss umso gefreuter.»

Was die beiden jahrelang am meisten beschäftigt hat: Anspruchshaltung und finan­zielle Möglichkeiten in Einklang zu bringen, ohne Abstriche beim Tierwohl zu machen. Wer die ­Anlage jetzt sieht, zweifelt nicht, dass ihnen das gelungen ist.

Savannenhaus

Eröffnung mit zahlreichen Attraktionen, Sa, 26., und So, 27. August


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