Sana Fürstenland enthüllt Pläne

ALTERSHEIM ⋅ Mit monatelanger Verspätung hat die Sana Fürstenland ihre Pläne für das Alters- und Pflegeheim offengelegt. Der Gestaltungsplan für das Millionenprojekt liegt bis zum 24. Mai öffentlich auf.
27. April 2017, 05:57
Noemi Heule

Noemi Heule

noemi.heule@tagblatt.ch

Immer wieder wurden Bürger und Anwohner vertröstet, immer wieder wurden Informationen zum geplanten Alters- und Pflegeheim zurückgehalten. Stattdessen sorgte die Sana Fürstenland AG mit internen Querelen für Schlagzeilen. Über ein halbes Jahr nach Ankündigung enthüllten die Bauherrin und die Stadt Gossau vorgestern an einer Informationsveranstaltung erstmals Pläne im fast voll besetzten Andreassaal. Seit gestern liegt der Gestaltungsplan öffentlich auf.

Er soll Rahmenbedingungen klären und Rechtssicherheit schaffen für Investoren, Nachbarn und Grundeigentümer, sagte Stadtpräsident Alex Brühwiler. Der Plan sei mehr als «Breite mal Länge mal Höhe», führte Architekt Bernhard Flühler aus. Verwaltungsratspräsidentin Kathrin Hilber sprach davon, dass sich das Bauen nach dem Leben im Alter richten solle und nicht umgekehrt. So soll Bau und Infrastruktur den Bewohnern ein möglichst selbstständiges Leben ermög­lichen, von der Tagesbetreuung über betreute Wohngemeinschaften bis hin zum Studio oder zur 31/2-Zimmer-Wohnung.

Konkret umfasst der geplante Neubau zwei Baukörper auf dem jetzigen Areal des Andreaszentrums: Im Hauptteil an der Bahnhofstrasse ist das Alters- und Pflegeheim mit 100 Betten untergebracht, während der kleinere, ebenfalls fünfgeschossige Gebäudeteil an der Säntisstrasse aus 25 Alterswohnungen besteht. Beide Teile sind durch einen zweigeschossigen Zwischenbau miteinander verbunden. Ein Garten auf der Südseite ist vom Schulhaus Gallus durch den Gallusweg getrennt, der neu von der Bahnhofstrasse bis zur Säntisstrasse verlängert werden soll.

Heizen mit Fäkalien und Kosten von 48 Millionen

Die rund 100 Zuhörer stellten die Pläne mit praktischen Fragen nach Besucherparkplätzen oder Zuliefereingängen auf die Probe. Eine unerwartete Antwort löste die Frage nach der Heizung des Gebäudes aus – Wärme soll unter anderem aus Fäkalien entstehen. Aus dem Abwasser mit einer durchschnittlichen Temperatur von rund 20 Grad wird Wärme zurückgewonnen. «Dies ist eher ungewöhnlich, macht aber bei 150 WC, Duschen und einer ­eigenen Wäscherei Sinn», sagte Architekt Bernhard Flühler.

Eine weitere Frage betraf die Kosten: Waren für das Projekt ­ursprünglich rund 35 Millionen Franken vorgesehen, rechnet ­Kathrin Hilber mittlerweile mit 48 Millionen Franken. Rund 10,5 Millionen steuern die Aktionärsgemeinden bei – Oberbüren, Andwil, Gaiserwald und Niederbüren sowie allen voran die Stadt Gossau, die 80 Prozent der Aktien hält. Derzeit seien Gespräche mit privaten Investoren im Gang, sagte Kathrin Hilber. Deren Erfolg sei aber auch abhängig von allfälligen Einsprachen.

Eröffnung und zwei Schliessungen 2020

Der Gestaltungsplan liegt noch bis zum 24. Mai im Rathaus oder auf der Internetseite der Stadt ­öffentlich auf. Der grobe Zeitplan sieht vor, dass die Bauphase noch 2018 startet und das Alterszentrum Fürstenland 2020 eröffnet werden kann. Gleichzeitig sollen die beiden Altersheime Espel und Schwalbe geschlossen werden. Dieses Vorgehen ist seit der Abstimmung 2013 bekannt, dennoch formierte sich im Herbst Widerstand gegen die Schliessung des Altersheimes Espel. Auch an der Informationsveranstaltung sorgten die geplanten Schliessungen für kritische Rückfragen.


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