Alte Thurgauer, junge St.Galler: Die Ostschweizer Kantonsparlamente im Alterscheck

OSTSCHWEIZ ⋅ Die Senioren sind im Thurgauer Kantonsrat auf dem Vormarsch. Fast jedes achte Ratsmitglied ist über 65 Jahre alt. Doch wie sieht die Situation in den anderen Ostschweizer Kantonen aus?
13. Februar 2018, 11:16
Christof Krapf
Ein Blick in die Statistik zeigt es: Der Thurgauer Grosse Rat ist mit einem Durchschnittsalter von 54,9 Jahren das älteste Kantonsparlament der Ostschweiz. Fast elf Prozent der Ratsmitglieder haben mittlerweile das Pensionsalter erreicht, wie die "Thurgauer Zeitung" berichtet  - auch das ist Ostschweizer Spitzenwert. Demgegenüber steht St.Gallen, das mit einem Durchschnittsalter von 51,1 Jahren den jüngsten Kantonsrat stellt. 
 
Die Thurgauer haben auch in der Statistik der ältesten Ratsmitgliedes die Nase vorn. CVP-Politiker Armin Eugster aus Bürglen wird in diesem Jahr 74 Jahre alt und ist der älteste amtierende Kantonsrat der Ostschweiz. Trotzdem ist der ehemalige Gemeindepräsident von Bürglen aber noch weit vom Rekord von Marlies Näf-Hofmann entfernt. Die Arbonerin war bis zu ihrer Abwahl 2012 mit 85 Jahren die älteste Kantonsparlamentarierin der Schweiz.
 
Ein verhältnismässig junges Parlament stellt der Kanton Appenzell Innerrhoden. Im mit 50 Mitgliedern kleinsten Kantonsrat der Ostschweiz sind nur zwei Personen über 65 Jahre alt. Mit seinen 67 Jahren ist Josef Manser aus Gonten auch der jüngste aller ältesten Kantonsräte in den Ostschweizer Parlamenten. Mit zwei Prozent hat Innerrhoden den kleinsten Anteil an über 65-Jährigen im Kantonsrat der Ostschweiz. 

Dass Innerrhoden nicht auch in der Statistik des tiefsten Durchschnittsalters führt, liegt an der Alterstruktur im Kantonsrat. Im Rat sitzen zwar wenige "Pensionäre" - das jüngste Mitglied, Angela Koller aus Appenzell, ist mit 35 Jahren aber im Schnitt zehn Jahre älter als die jüngsten Kantonsratsmitglieder der anderen Ostschweizer Kantone.

Anzeige: