"Sechs Filialen bleiben bis auf weiteres geschlossen"

NACHGEFRAGT ⋅ Nach der Attacke auf eine CSS-Filiale in Schaffhausen ergreift die Versicherung in allen Ostschweizer Niederlassungen verstärkte Sicherungsvorkehrungen.
25. Juli 2017, 14:03
In Schaffhausen griff gestern ein 51-Jähriger Mann mit einer Motorsäge mehrere Menschen in einer Filiale der CSS-Versicherung an. Dabei wurden fünf Personen verletzt, zwei davon schwer. Der Täter, der 51-jährige Franz Wrousis, lebte bis 2013 in der Lustmühle. Obwohl die Polizei eine Grossfahndung angesetzt hat und Wrousis nun auch international gesucht wird, konnte er bis jetzt noch nicht gefasst werden. Die CSS ergreift nun in allen Ostschweizer Filialen verstärkte Sicherheitsvorkehrungen, wie Christina Wettstein, Mediensprecherin der CSS erklärt.
 
Welche Sofortmassnahmen haben Sie nach dem Vorfall ergriffen?
Sechs Filialen wurden bis auf weiteres geschlossen. Das sind: Schaffhausen, Amriswil, Kloten, Bülach, Rorschach und Kreuzlingen. Offen bleiben die Standorte in St.Gallen, Frauenfeld und Winterthur. Bis der Täter gefasst ist, werden diese mit Sicherheitspersonal und weiteren Massnahmen zusätzlich geschützt. Alle Mitarbeitenden wurden erneut auf die Verhaltensweisen für Notfälle aufmerksam gemacht. Das umfasst unter anderem einen Fünf-Punkte-Plan, den die Mitarbeiter in Notfallsituationen anwenden können.
 
Die St.Galler Filiale sieht von aussen geschlossen aus. Ist sie wirklich geöffnet?
Ja, sie ist offen, auch wenn sie von aussen verschlossen wirkt. Das ist ein Teil der Massnahmen. Zudem müssen sich Kunden zuerst identifizieren, bevor sie eintreten können.
 
Wird die CSS auch längerfristig ihre Sicherheitskonzepte umstellen?
Dies müssen wir später sorgfältig evaluieren. Momentan haben die Direktmassnahmen Priorität.
 
Gibt es Schulungen für die Mitarbeiter um den Umgang mit schwierigen Kunden zu erlernen?
Ja, diese sind in der Ausbildung und in Wiederholungskursen integriert. Mitarbeitende lernen, wie sie reagieren können bei Drohungen oder auch wenn sie einfach ein ungutes Gefühl haben.
 
Wie haben Mitarbeitende in anderen Agenturen reagiert?
Einige waren verunsichert und hatten Fragen. Wir haben darum von Anfang an breit informiert und eine Hotline eingerichtet. Einige waren auch sehr besorgt und haben sich an ihre Vorgesetzten gewandt.
 
Ist ein solcher Vorfall schon einmal in einer CSS-Filiale vorgekommen?
In dieser Tragweite gab es noch nie etwas dergleichen. Jedoch kommt es häufiger vor, dass Mitarbeitende Drohungen aller Art ausgesetzt sind. (egr)
 

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