Spiel dank Routine gedreht

FUSSBALL ⋅ Nach einer schlechten ersten Halbzeit konnte sich Widnau gegen den gut aufspielenden FC Ems am eigenen Schopf aus dem Sumpf der drohenden Niederlage ziehen und letztlich klar mit 3:1 (0:1) gewinnen.
16. April 2018, 05:17
Gerhard Huber

Gerhard Huber

Die 360 Zuschauer auf der Aegeten atmeten mit dem Schlusspfiff auf. Das hätte durchaus auch anders ausgehen können. Denn Widnau startete vollkommen unkonzentriert in die Partie.

Zudem hat Trainer Sven Sonderegger seine Oldies Daniel Lüchinger und Dominik Nüesch für die grossen Aufgaben der kommenden Woche der Wahrheit mit Cupspiel gegen Montlingen und dem womöglich meisterschaftsentscheidenden Match gegen Altstätten schonen wollen und den jungen Talenten Noah Massari und Samuel Thönig das Vertrauen geschenkt.

Mehrere unmotivierte Fehlpässe zu Beginn

Was nach der bereits in den ersten Spielminuten erfolgten Verletzung von Diego Liechti, der durch Marc Gröber ersetzt wurde, beinahe schief gegangen wäre. Denn gerade in der Anfangsphase patzten die Sonderegger-Schützlinge nach Noten und spielten mehrere völlig unmotivierte Fehlpässe.

Nur der mangelnde Torriecher der Gäste, viel Gück und Goalie Philipp Hammer verhinderten einen frühen Rückstand. Ems dominierte in der ersten halben Stunde nach Belieben. Die Aegeten-Kicker wussten gegen das frühe Pressing lange Zeit kein Rezept. Einzige Chance der ersten Hälfte blieb ein Lattenknaller von Daniel Lässer in der 45. Minute.

Nach 20 Zeigerumdrehungen war es den Emsern in Person von Alessandro Giacomelli bereits gelungen, aus einem Eckball per Kopf die 1:0-Halbzeitführung zu erzielen. Wobei es bis zur Pause auch durchaus schon 3:0 für die Gäste hätte stehen können.

Nach der Pause auf Dreier-Abwehrkette umgestellt

Trainer Sonderegger reagierte. Die Verteidigung wurde zur Dreier-Kette modeliert, der spielerisch starke Stefan Lukic ins Mittelfeld beordert und mit Daniel Lüchinger und Dominik Nüesch zwei Routiniers eingewechselt. Sofort wurde das Spiel der Hausherren wesentlich besser, die Neuen konnten den athletischen und kampfstarken Gästen Routine und körperliche Stabilität entgegensetzen. So spielte Widnau wieder sein Spiel, so klappten die Kombinationen wieder – die schnellen Spieler auf den Aussenbahnen liessen ein ums andere Mal die immer müder werdenden Emser stehen.

Was zu Fouls und Freistössen von aussen führte. Wie in der 51. Minute: Faleschini schlenzte einen stehenden Ball ideal zu dem gut 20 Meter vor dem Tor lauernden Daniel Lässer, der den Ball mit einer famosen Direktabnahme direkt im Lattenkreuz versenkte. Kurze Zeit später ging der FCW sogar in Führung. Und zwar durch einen Energieanfall von Timo Faleschini, der den Ball an der Mittellinie abfing, pfeilschnell mit der Kugel am Fuss bis zur Strafraumgrenze spurtete und mit sauberem und für Goalie Da Fonseca unhaltbarem Schuss abschloss.

Das Sahnehäubchen zum letztlich glücklichen Sieg steuerte kurz vor Schluss Abonnement-Torschütze Jasmin Abdoski bei, der einen an Freund und Feind vorbeisegelnden Freistoss von Carlos Giovetti aus kürzester Entfernung ins Ziel der fussballerischen Träume spedierte. Endstand somit 3:1 für Widnau, das damit seinen zehnten Meisterschaftssieg in Folge feierte.

2. Liga, Gruppe 1

Widnau – Ems 3:1 (0:1)

Aegeten – 360 Zuschauer – SR: Scherrer.

Tore: 20. Giacomelli 0:1; 51. Lässer 1:1, 59. Faleschini 2:1, 86. Abdoski 3:1.

Widnau: Hammer; Faleschini, Aggeler, Lukic, Giovetti; Massari (46. Lüchinger), Liechti (6. Gröber), Lässer; Samuel Thönig (46. Nüesch), Abdoski, Noah Thönig.

Ems: Da Fonseca; Beso, Karamese, Komposch (73. Plozza), Corucci, Salihagic; Kadic (64. Lebien), Frizzoni, Abdulla, Garcia (73. Merlo); Giacomelli.

Gelbe Karten: 31. Lässer (Foul); 53. Lüchinger (Reklamieren), 77. Noah Thönig (Foul).


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