«Rehag» kommt nicht vom Fleck

OBERRIET ⋅ Deponien sind im Kanton St. Gallen nach wie vor gesucht. Der von der Robert König AG vorgeschlagene Standort zwischen den Weilern Moos und Rehag steckt nach wie vor im Richtplanverfahren fest.
13. April 2018, 05:18
Kurt Latzer

Kurt Latzer

Zu tiefer und deshalb ungeeigneter Untergrund, geschützte Rietflächen, Siedlungen, Autobahn, Binnenkanal und Rhein: Deponiestandorte für sauberen Aushub oder sogenannte Inertstoffe im Rheintal sind rar. Einzig die Gegenden am Fusse von Hügel- oder Bergkämmen eignen sich als Ablagerungsorte. Ähnlich grosse Deponien wie die im Gebiet Unterkobel in Oberriet sind nach Ansicht des Kantons in der Region kaum zu finden. Doch gerade weil der bestehende Deponieraum in Oberriet und Rüthi endlich ist, müssen neue Standorte her.

Bodenaufwertung entlastet Deponien ein wenig

Einen Teil des Areals ihres früheren Hartschotterwerkes am Blattenberg schlug die Robert König AG, Oberriet, 2016 als Standort für eine Inertdeponie vor. Weil aber das Gebiet zwischen den Weilern Moos und Rehag im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) gelistet ist, ziehen sich die Verhandlungen nicht nur in die Länge, sie sind eingefroren.

Peter Dietsche, Geschäftsführer der Robert König AG, hofft, «dass über das Richtplanverfahren dieses Jahr entschieden wird». Die Notwendigkeit neuer Deponiestandorte sei erwiesen. Daran ändere die grossflächige Verbesserung von Landwirtschaftsböden nichts. «Nur ein kleiner Teil des Aushubmaterials, das in der Region anfällt, kann man für die Bodenverbesserungen brauchen», sagt Peter Dietsche.

Für die grösste Deponie im St. Galler Rheintal, die die Robert König AG im Gebiet Unterkobel in Oberriet bewirtschaftet, ist Ersatz nötig. Die Ablagerungskapazität für sauberen Aushub und Inertstoffe ist dort in ein paar Jahren erschöpft. «Je nach Bautätigkeit vielleicht schon in fünf bis sechs Jahren», sagt Peter Dietsche. «Die Deponie Rehag steckt noch immer im Richtplanverfahren fest. Ich gehe nicht davon aus, dass sich dieses Jahr etwas daran ändert», sagt Tensing Gammeter, Zuständiger für die Deponieplanung im kantonalen Amt für Umwelt und Energie. Der Antrag auf Festsetzung des Areals Rehag als Deponiestandort liegt nun beim Bund. «Der Kanton hat darauf keinen Einfluss mehr», sagt Gammeter. Wenn überhaupt, ist mit einer Bewilligung für eine Inertdeponie im Rehag in den nächsten zwei bis drei Jahren kaum zu rechnen. Das ist ein Grund, weshalb sich die Robert König AG ständig nach Alternativen umsieht. Zwei in Frage kommende Standorte hat Peter Dietsche entdeckt. Um welche es sich handelt, will der Geschäftsführer nicht verraten. Noch nicht.

Felbenmadbüchel im nächsten Jahr offen

2016 wurde in Rüthi eine neue Deponie in Betrieb genommen. Im ehemaligen Steinbruch an der Hauptstrasse zwischen Rüthi und Lienz wird der Platz für sauberes Aushubmaterial knapp. Als Ersatz für diesen Aushub-Lagerplatz ist die Deponie im Felbenmadbüchel in Oberriet vorgesehen. Noch liegen dafür allerdings nicht alle nötigen Bewilligungen vor. Rolf Huber, Gemeindepräsident von Oberriet, sagt: «Es gilt, ein paar Sachverhalte abzuklären. Ich gehe davon aus, dass die Deponie Felbenmadbüchel 2019 öffnen kann, mit etwas Glück vielleicht schon Ende Jahr.» Wer die Deponie betreiben soll, stehe zurzeit noch nicht fest. «Zusätzliche, neue Lagerorte für Aushub sind meines Wissens in Oberriet nicht in Sicht», sagt Rolf Huber.


Anzeige: