Neues Jahr startet mit altem Brauch

WIDNAU ⋅ Weit mehr als hundert Einwohnerinnen und Einwohner waren gekommen, um am Neujahrstag auf dem Spielplatz Lugwies mit den Vertretern der politischen Gemeinde und der Ortsgemeinde das neue Jahr zu begrüssen.
03. Januar 2018, 05:20
Gerhard Huber

Gerhard Huber

«Wir haben diesen Brauch der Neujahrsbegrüssung 1993 aus Anlass des damaligen 400-jährigen Bestehens der Ortsgemeinde Widnau eingeführt. Zunächst traf man sich an verschiedenen Orten, aber seit zehn Jahren wird hier am Spielplatz Lugwies ge- feiert», erzählt der Präsident der Ortsgemeinde Widnau, Karl Köppel die Geschichte der inzwischen traditionellen Zusammenkunft der Widnauer am Nachmittag des Neujahrstages.

Aber nicht nur der Ort dieses «Neujahrsempfangs» am Rande des bebauten Gebietes auf einem Spielplatz oder die Tatsache, dass es bei diesem Anlass weder Festreden noch Ansprachen gibt, ist speziell.

Leckereien und Geschenke vom Götti geholt

Denn speziell ist auch der anlässlich dieser Begrüssung wieder­belebte Brauch des «‘s nöi Johr hola». Die älteren Leute in Widnau können sich noch daran erinnern, dass die Kinder an Neujahr zu ihrem Götti oder ihrer Gotta gegangen sind, um ein Geschenk in Form von Leckereien zu holen. Und jetzt trafen sich wieder die Widnauerinnen und Widnauer, eingeladen von der Ortsgemeinde und der politischen Gemeinde auf dem Spielplatz Lugwies, wo Guetzli, Erdnüssli und Schoggi auf die Kinder und ein dampfender und duftender Glühwein auf die Erwachsenen wartete. Gemeindepräsidentin Christa Köppel begrüsste jeden einzelnen der Besucher, sprach mit ihnen über ihre Freuden, Sorgen und Proble­me und gab jeder Familie ein wunderbar lockeres und flaumiges Milchzöpfli aus Widnau als Leckerei mit auf den Weg. Dieses ungezwungene und gemütliche Beisammensein, das die Leute Jahr für Jahr zusammenbringt, war für viele das ideale Ziel oder eine lohnende Zwischenstation eines Neujahrsspazierganges. Um mit Bekannten, Kollegen und Freunden das alte Jahr abzuhandeln und die Erwartungen für 2018 zu teilen. Dabei haben sich auch Stefan Linder, Kurt Köppel, Kurt Heule, Roman Frei sowie Urs und Judith Spirig von der Ortsgemeinde sowie die Gemeinderäte Peter Weder, Werner Barmettler und Marco Köppel bestens unterhalten.


Leserkommentare

Anzeige: