Die 50 Mio.-Marke geknackt

RHEINECK ⋅ Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter der Raiffeisenbank Unteres Rheintal hörten an der Generalversammlung am Freitagabend viel Positives: Der Abschluss ist sehr erfreulich, die Bank wächst.
14. April 2018, 05:20
Andrea C. Plüss

Andrea C. Plüss

Vieles, wenn nicht das meiste, ist beim Veranstaltungsablauf einer Generalversammlung vorbestimmt. Die Redner, die Themen, die Traktanden, das Nachtessen, der Unterhaltungsteil.

Gleichwohl gibt es einen Gestaltungsspielraum, den Verwaltungsratspräsident Christian Jakob am Freitagabend in seinem Bericht auch nutzte. Für einmal wolle er nicht dem normalen Raster für den Jahresbericht folgen, kündigte Jakob zu Beginn an. Er berichtete in der Folge von positiven Entwicklungen, Neuerungen und Aktionen: Sei es die schweizweite Raiffeisen-Initiative Lokalhelden.ch, bei der die Bankengruppe vor allem soziale Institutionen durch eine unentgeltliche Spendenplattform fördert - als Beispiel aus der Region nannte er den E-Treff aus Rheinck - seien es digitale Service-Dienstleistungen wie der elektronische Finanzassist, die kostenlose Bezahl-App Twint oder die Möglichkeit, mit Kundenberatern per Piazza-App zu chatten. Mit Lob von höchster Stelle bedacht wurde auch das Mitarbeiterteam der Raiffeisenbank Unteres Rheintal.

Mitte Mai startet der Umbau der Filiale in Rheineck, der Betrieb geht in einem Provisorium weiter.

Vom Elefanten in der Kugelwis und Rheinauhalle

Das Strafverfahren gegen den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz liess Christian Jakob nicht unerwähnt und bemühte dazu das Bild eines Elefanten als Analogie, das Randy Pausch, Professor für Informatik, in seiner viel beachteten letzten Vorlesung vor seinem Tod 2007 kundgetan hatte: «Wenn ein Elefant im Raum steht, ignoriere ihn nicht, sprich ihn an!» Das Strafverfahren gegen Pierin Vincenz sei für das Image und die Reputation der Raiffeisengruppe «alles andere als positiv», sagte Jakob. An Spekulationen werde sich die Raiffeisenbank Unteres Rheintal jedoch nicht beteiligen. Für einmal fiel auch der «Exkurs in die Weltwirtschaft», wie Jakob seinen traditionellen Kommentar zur wirtschaftspolitischen Entwicklung bezeichnete, sehr knapp aus. Das Motto lautet: Den Weg der «Kooperation, Toleranz und Verständigung weiter gehen» Oswald Wetli, Vorsitzender der Bankleitung, erläuterte im Anschluss die wichtigsten Kennzahlen zu Jahresrechnung und Bilanz.

Kundeneinlagen sind gestiegen

Im Umfeld eines stabi­len Wirtschaftswachstums gelang es, Marktanteile zu gewinnen und das Jahr 2017 mit einem sehr guten Ergebnis abzuschliessen. Die Hypothekarforderungen stiegen um 4 Prozent auf 455 Mio. Franken (437 Mio. im Vorjahr). Bei den Kundeneinlagen ist ein Wachstum um 4,9 Prozent auf 409 Mio. Franken zu verzeichnen und das Depotvolumen nahm um 11,6 Prozent zu. Der Zufluss von Kundengeldern liess die Bilanzsumme auf 560,3 Mio. Franken ansteigen, was einem Zuwachs von 4,16 Prozent entspricht.

Zum Geschäftsertrag von gesamthaft 7,376 Mio. trug das Zinsgeschäft (5,482 Mio.) wesentlich bei, gefolgt von Erträgen aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (967 000 Franken). Aus dem Geschäftserfolg in Höhe von 2,949 Mio. Franken resultiert nach Bildung von Reserven und Rückstellungen ein Jahresgewinn von 924 333 Franken, wovon 58 464 Franken an die Genossenschafter ausgeschüttet werden; die Anteilsscheine werden wiederum mit 6 Prozent verzinst. Der Restbetrag wird der Reserve zugeführt.

Nicht unerwähnt liess Wetli, dass mit 51,3 Mio. Franken die 50 Mio. Grenze beim Eigenkapital übertroffen wurde. Das entspricht einer Steigerung um 100 Prozent seit der Fusion vor zehn Jahren.

Hinweis

Mehr Bilder auf rheintaler.ch unter Bilderstrecken.


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