Alpha steigert Gewinn um 4,1 Prozent

HEERBRUGG ⋅ Trotz Niedrigzinsen und Investitionen schliesst die Alpha Rheintal Bank das Geschäftsjahr 2017 besser ab als das des Vorjahres. Die Aktionäre erwartet eine Dividendenausschüttung in Höhe von 3 Mio. Franken oder 8.50 Franken pro Aktie.
10. Februar 2018, 05:18
Monika von der Linden

Monika von der Linden

Ein erfolgreiches Geschäftsjahr liegt hinter der Alpha Rheintal Bank. Das gelte in allen Geschäftsbereichen und allen sechs Geschäftsstellen, sagt Stefan Frei. Das Ergebnis freut den Vorsitzenden der Geschäftsleitung auch deshalb sehr, weil sich die Alpha Rheintal Bank trotz an­dauernd niedriger Zinsen und getätigter Investitionen, vornehmlich in der Digitalisierung, behauptet hat.

Die Zinsen sind weiter niedrig, obwohl die Konjunktur an Schwung gewonnen hat. Sparer erhalten 0,05 bis 0,1 Prozent auf ihr Guthaben und Kreditnehmer zahlen 1,1 bis 1,6 Prozent auf Hypotheken. Dadurch muss die Bank nach wie vor mit kleinen Margen zurechtkommen. Weil aber die Kundengelder im zurückliegenden Jahr stark zugenommen haben (um 13,7 Prozent), hat die Bank den Druck kompensieret und das Zinsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent gesteigert.

«Das Börsenjahr 2017 wird den meisten Anlegern in sehr guter Erinnerung bleiben», sagt Roland Bartholet (Leiter Anlagekunden). Das Depotvolumen hat im zurückliegenden Jahr um 13,5 Prozent zugenommen.

Der Jahresgewinn liegt bei 7,763 Mio. Franken

Obwohl die Alpha Rheintal Bank mehr Aufwendungen gehabt hat, legt sie ein Jahresergebnis vor, das um 4,1 Prozent besser ist als im Vorjahr. Der Jahresgewinn beträgt 7,763 Mio. Franken. Das zahlt sich auch für die 5036 Aktionäre aus. Ihnen werden, vorbehaltlich der Zustimmung der Generalversammlung, 3,009 Mio. Franken an Dividende ausgeschüttet. Das entspricht 17 Prozent oder 8.50 Franken pro Aktie. «Die Dividende ist für in der Schweiz ansässige Privatpersonen steuerfrei, weil sie der Kapitalreserve entnommen wird», sagt Stefan Frei. Weiter schlägt der Verwaltungsrat vor, dem Eigenkapital 4,75 Millionen Franken zuzuführen. Dieses wächst sodann auf 171965 Mio. Franken an.

Weniger Aufwand für Regionalbanken

Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 unterliegen die Banken generell strengen Regeln. Die Finma beabsichtigt deshalb, den Kleinbanken in der Schweiz faire Chancen einzuräumen, damit sie in ihren Nischen profitabel weiterarbeiten können.

Zum Beispiel sollen die Berechnungen von Kennzahlen vereinfacht werden, die nicht darauf abzielen, das Risikoprofil der Bank abzubilden. «Wir begrüssen das», sagt Andreas Reis (Leiter Services). Dadurch werde der Verwaltungsaufwand für kleinere Banken geringer und man könne den Anforderungen leichter gerecht werden.

Mehr Beratungsstelle als Kassenschalter

Die Aufgaben der Mitarbeitenden in den Geschäftsstellen der Alpha Rheintal Bank haben sich gewandelt. Am Schalter werden zum Beispiel immer weniger Bar-Transaktionen abgewickelt. Deshalb sind die Geschäftsstellen immer mehr zu Beratungsstellen geworden. «Wir wollen eine individuelle Beratung anbieten. Dafür brauchen wir Räume, in denen man sich trifft», sagt Stefan Frei. Damit es der Regionalbank gelingt, ihre Kundschaft an sich zu binden, hat sie im vergangenen Jahr in die Weiterbildung ihrer beratenden Mitarbeiter investiert.

Weiter forciert die Bank den Ausbau der Digitalisierung. Ein Grossteil der Kundschaft hat sich daran gewöhnt, alle regelmässigen Bankgeschäfte (bezahlen per EC-Karte, E- und Mobil-Banking sowie bargeldloses Zahlen per Handy) digital abzuwickeln. Die Bank hat zusätzlich im vergangenen Mai das Digital Onboarding eingeführt. Damit können Kunden selbst ein Konto über den eigenen Computer eröffnen. Weil die Identitätskarte von der Computerkamera erfasst wird, bedarf es keines Ausdrucks und keines Besuches in der Geschäftsstelle.

Das Rheintal gehört zu den erdbebengefährdeten Gebieten in der Schweiz. Deshalb sieht es Reto Monsch (Leiter Privat- und Firmenkunden) als einen Vorteil der Kundinnen und Kunden der Alpha Rheintal Bank an, Hypotheken automatisch und ohne zusätzliche Kosten gegen Erdbeben zu versichern. Seines Wissens bietet keine andere Bank im Rheintal diese Form der Risikoverminderung an.

Die 5036 Aktionäre der Alpha Rheintal Bank sind eingeladen zur Generalversammlung am Samstag, 24. März, um 17 Uhr in der Aegeten-Halle in Widnau.

Die Volksbank integrieren

Eine ihrer sechs Geschäftsstellen unterhält die Alpha Rheintal Bank am Bahnhofplatz in St. Margrethen. Mit dem Kauf der Volksbank kommt eine weitere Geschäftsstelle mit Standort Staatsstrasse im gleichen Dorf hinzu. «Mittelfristig schliessen wir den Standort am Bahnhofplatz», sagt Stefan Frei (Vorsitzender der Geschäftsleitung). Der Termin ist noch nicht fixiert. Am 8. Dezember unterzeichnete die Alpha Rheintal Bank einen Aktienkaufvertrag über den Kauf der Volksbank AG. Am 28. Februar wird er vollzogen. Bis Ende Juni wickelt die Regionalbank mit Sitz in Heerbrugg die rechtliche Fusion ab. Der Integrationsprozess sollte bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Wann die Geschäftsstelle an der Staatsstrasse eröffnet wird, weiss Stefan Frei noch nicht. Zunächst gilt es, einige bauliche Anpassungen an dem etwa zehn Jahre alten Bankgebäude vorzunehmen. Stefan Frei verspricht sich vom Kauf, die Position der Bank in der Talschaft zu stärken. Bedingt durch die Erweiterung des Kundenstamms und der effizienteren Nutzung bestehender Ressourcen sollte der Ertrag steigen. Ausserdem eröffnet der neue Standort zusätzliche Optionen im Bereich der Immobilien der Alpha Rheintal Bank in St. Margrethen. (vdl)


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