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Tagblatt Online, 29. Juni 2011 01:03:47

Eine Fliegerbombe und drei Eidgenossen im Hurliberg

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Die Wohnstube im Haus Hurliberg ist noch im originalen Zustand. (Bild: Nina Rudnicki)

Wer das Haus Hurliberg betritt, hat das Gefühl, in einem anderen Jahrhundert gelandet zu sein. Einst fand der Gemeindepräsident im Gebälk des über 500 Jahre alten Hauses eine Fliegerbombe.

Wittenbach. Das ehemalige «Gasthaus zu den drei Eidgenossen» zählt zu den denkmalgeschützten Objekten im Kanton St. Gallen. Heute ist das «Hurliberg» ein Wohnhaus. Das Eigentümerpaar Moser bewohnt aber nur die Hälfte der Räume. Die übrigen drei Zimmer hat es im ursprünglichen Zustand gelassen. Wer sie betritt, hat das Gefühl, in die Vergangenheit gereist zu sein. Es gibt eine Kochstelle, über der alte Pfannen und Töpfe hängen. Die Wohnstube und das Schlafzimmer sind noch mit den originalen Holzmöbeln eingerichtet.

Überraschung im Dachgeschoss

In den Mauern und Balken des Hauses Hurliberg steckt Geschichte. Während der Hausbesichtigung erzählt Albert Etter, der Gemeindepräsident von Wittenbach, wie er einst im Dachgebälk eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und diese dem erstaunten Materialwart im Zeughaus abgegeben habe.

Todsünde der Denkmalpflege

Die Geschichte des Fachwerkbaus reicht aber weiter zurück als bis zum Zweiten Weltkrieg. Gebaut 1486, lag er an der Hauptverkehrsachse nach Konstanz. Von dieser Blütezeit zeugen heute nur noch die Klebdächer und Dachuntersichten an der Frontseite. Sie sind mit Rokokomalereien aus dem 18. Jahrhundert verziert – verblasst zu erkennen die drei Eidgenossen.

«Die Malereien müssen unbedingt restauriert werden, sonst werden sie demnächst verschwinden», sagt Pierre Hatz, Leiter der kantonalen Denkmalpflege. Um wenigstens das Haus zu erhalten, hätte die Kellerdecke betoniert werden müssen – und dies, obwohl eine Betondecke bei den Fachleuten in der Denkmalpflege als Todsünde gilt. (nar)





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