Tagblatt Online, 08. Juni 2012 16:17:00
Lokale Überschwemmungsgefahr in der Ostschweiz
Auch die Steinach in der Mühleggschlucht führt mehr Wasser als üblich. (Bild: Eric-Oliver Mächler/maechler.me)
Trotz anhaltenden Regens in den nächsten Tagen drohen in der Ostschweiz keine Überschwemmungen. Möglich ist aber, dass einzelne Dorfbäche über die Ufer treten.
René Rödiger
In der Nacht auf Freitag ging es los: Eine Kaltfront erreichte die Schweiz und brachte viel Niederschlag mit sich. Vor allem die Innerschweiz war davon betroffen - Flüsse traten über die Ufer, Keller und Garagen wurden überflutet.Auch in der Ostschweiz regnete es heftig. «Punktuell sind bis zu 50 Liter pro Quadratmeter gefallen», sagt Andreas Asch, Meteorologe von MeteoSchweiz. Asch prognostiziert für die nächsten Tage weitere Niederschläge: «Allerdings nicht mehr in diesem Ausmass. Am Wochenende fällt nur noch vereinzelt um den Alpstein Regen.» Bereits in Richtung Thurgau ist mit längeren freundlicheren Abschnitten zu rechnen.
Höherer Bodensee-Pegel
Der Regen und die einsetzende Schneeschmelze haben auch für einen höheren Wasserpegel des Bodensees gesorgt. «Die Lage an den Ostschweizer Seen ist aber nicht besorgniserregend», sagt der Hydrologe Adrian Eberhard vom Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Er spricht von einer normalen saisonalen Erhöhung des Pegels. Eberhard: «Bis beim Bodensee Hochwassergefahr besteht, fehlt noch rund ein Meter.»
Und dieser Meter wird kaum kommen. Das meint zumindest Daniel Dietsche. Der Leiter der Abteilung Gewässer im Kanton St.Gallen hält fest: «Der Rhein hat in den letzten Tagen viel Wasser in den See gebracht. Und dann erhöht sich der Spiegel rasch. Allerdings hat sich der Wasserfluss bereits wieder abgeschwächt.» Zu Spitzenzeiten hat der Rhein in diesem Jahr rund 1200 Kubikliter Wasser pro Sekunde befördert. Von einer Überschwemmungsgefahr geht man beim Kanton erst ab 3000 Kubikliter aus.
Noch kaum Schmelzwasser
Dietsche, der auch Schweizerischer Rheinbauleiter bei der Internationalen Rheinregulierung ist, sagt: «Die mitgeführte Wassermenge bei grösseren Flüssen, wie es der Rhein einer ist, wird hauptsächlich von den höheren Quellgebieten bestimmt. Noch liegt dort zwar viel Schnee, durch die Kaltfront hat sich aber auch die Nullgrad-Grenze nach unten verschoben. Die Niederschläge und das Schmelzwasser kommen also nicht zeitgleich.»
Die regionalen Regengüsse der nächsten Tage könnten aber kleine Bäche anschwellen lassen. «Solche Überschwemmungen lassen sich kaum vorhersagen», sagt Dietsche. Sollte sich ein solch lokales Ereignis ankündigen, würden die entsprechenden Stellen jedoch umgehend informiert.
- Artikel empfehlen:








Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben