Tagblatt Online, 29. Juni 2012 17:31:00
Heiss, heisser, Sittertobel
Bei dieser Hitze gibt's nur eines: Waser. (Bild: Coralie Wenger)
ST.GALLEN. Die Nachtschwärmer machen erstmals die Mehrheit am OpenAir St. Gallen aus. 20'000 Festivalbesucherinnen und - besucher reisten bereits am Donnerstag an und nahmen Wartezeiten bis zu 40 Stunden in Kauf. Am Freitag dominierte die Hitze das Geschehen im Sittertobel.
Bilderstrecke: OpenAir St.Gallen: Die Besucher
Am Donnerstag öffnete das OpenAir St.Gallen seine Gittertore für 20'000 Nachtschwärmer, ab Freitag werden täglich 30'000 Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände an der Sitter zelten, Musik hören - und natürlich feiern.
Am Freitagabend sind die US-amerikanische Band Incubus und der deutsche Elektro-DJ Paul Kalkbrenner die Headliner. Für Samstag versprechen die Toten Hosen Stimmung wie auf dem Fussballplatz mit legaler Pyrotechnik und Deadmau5 sorgen für Dancemusic und spektakuläre Lichteffekte.
Helfer verteilen Wasser
Bis es soweit ist, sorgen die heissen Temperaturen und die raren Zeltplätze für Gesprächsstoff. Die aktuellen Prognosen der Veranstalter versprechen heisses und gewitterhaftes Wetter mit Temperaturen um 30 Grad. Im Sittertobel sind es bereits am Mittag gefühlte 37 Grad und um Mitternacht soll es immer noch rund 23 Grad warm sein.
«Wir sind auf die Hitze vorbereitet», sagte OpenAir-Sprecherin Sabine Bianchi am Freitagnachmittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Helfer geben Wasser ab und raten zu Kopfbedeckungen und Schattenplätzen. Gegen Bezahlung gibt es einen Eiswürfel-Service und ein Bad in der Sitter verspricht Abkühlung.
Das Sittertobel liegt in einem Naturschutzgebiet in Stadtnähe. Umgeben von Wäldern und einem Fluss gilt das Festival als eines der schönsten Europas. Das Camping- und Bühnengelände sind nicht abgetrennt.
Schlange vor dem Polizeiposten
Viel zu tun hatten am Freitagmorgen die Sicherheitskräfte und die Polizei. «Gefälschte Tickets gab es kaum, dafür bildete sich vor dem Polizeiposten eine lange Schlange von Leuten ohne Festivalbändel», sagte Bianchi. Sie waren in der Nacht illegal über die grüne Grenze auf das Gelände gekommen.
Die Festivalpässe waren so schnell wie schon lange nicht mehr vergriffen. Vier Wochen vor Festivalbeginn gab es bereits keine Tickets mehr. So früh war das Festival letztmals im Jubiläumsjahr 1996 ausverkauft.
Das lange Warten
Die 2007 erstmals angebotene Nachtschwärmer-Aktion wird immer beliebter. Der Viertages-Pass berechtigt unersättliche Festivalgänger, sich bereits am Donnerstag auf dem Festival-Gelände häuslich einzurichten. 2010 wurde die Begrenzung von 6000 Vor-Eintritten abgeschafft und es kamen über 10'000. 2011 waren es 15'000 Nachtschwärmer und in diesem Jahr sogar 20'000.
Einige Hartgesottene hatten sich schon am Dienstagabend vor dem Eingang im Sittertobel eingerichtet, um die besten Plätze auf dem Open-Air-Areal zu ergattern. Bis am Donnerstagmittag hatte sich vom Sittertobel bis in die Stadt ein langer Stau gebildet.
Um die Sicherheit und den reibungslosen Verkehr auf den Strassen zu gewährleisten, hatten die Veranstalter das Festivalgelände am Donnerstagmittag drei Stunden früher als geplant geöffnet. (sda)
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