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Tagblatt Online, 19. Mai 2012 13:15:00

«Er starb mit einem Lächeln»

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Fröhlich und eloquent: So kannte man Kurt Felix. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

ST.GALLEN. Der frühere Fersehunterhalter Kurt Felix ist am Mittwoch im Kantonsspital St.Gallen seinem langjährigen Krebsleiden erlegen. Das gab seine Familie am Samstag bekannt. Felix starb im 72. Lebensjahr.

Kurt Felix hinterlässt seine Frau Paola und Sohn Daniel. Die Veröffentlichung von Felix' Tod auf dem Newsportal persönlich.com geschah auf ausdrücklichen Wunsch der Familie. Seine Witwe Paola Felix wird auf der Internetseite mit den Worten zitiert, Kurt sei mit einem Lächeln verschieden. Ihr Mann habe auf ein erfülltes und glückliches Leben zurückblicken können.

Bilderstrecke: Kurt Felix gestorben

Mit Kurt Felix ist eine Legende der TV-Unterhaltung verstorben. In unserer Galerie blicken wir auf die schönsten Momente im Leben des Erfinders von «Teleboy» und «Verstehen Sie Spass?» zurück


Bestattung schon vorbei
Paola, Sohn Daniel und die nächsten Angehörigen möchten in aller Ruhe trauern, wie sie «persoenlich.com» mitteilten. Eine Abschiedsfeier ist in St.Gallen geplant, die Bestattung hat auf ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen bereits am Samstag im engsten Familienkreis stattgefunden. Der Zeitpunkt für die Feier wird noch mitgeteilt. Den Gottesdienst wird Beat Antenen, langjähriger Fernsehmoderator und enger Freund der Familie Felix, halten.

Die ganzen Kräfte geraubt
Kurt Felix ist eine Legende der Fernsehunterhaltung im deutschsprachigen Raum. Sendungen wie «Teleboy» und «Verstehen Sie Spass?» prägten das Medium Fernsehen weit über die aktive Zeit des Unterhalters hinaus. 2003 erkrankte Felix an Krebs. Er zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Die Krankheit raubte ihm nach Angaben von Paola Felix am Schluss die ganzen Kräfte, sodass der Tod als Erlösung kam. Paola Felix, seit 1980 mit Kurt verheiratet, war bis zur letzten Sekunde an der Seite ihres Mannes. Felix legte immer Wert darauf, dass seine Krankheit nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

Fernsehlegende mit «Söll emol cho»
Berühmt wurde Kurt Felix in der Schweiz der 1970er-Jahre mit seiner Spielshow «Teleboy». Die Ausgabe vom 13. September 1975 erreichte gemäss Wikipedia mit 2,073 Millionen Zuschauern die höchste hierzulande je gemessene Zuschauerzahl für eine TV-Sendung. Besonders populär waren die eingestreuten Filme mit der versteckten Kamera. Der verzweifelte Schrei des gefoppten Piloten eines wildgewordenen Modellflugzeugs - «söll emol cho» - ist seit damals Legende. Auch auf der Internetplattform Youtube haben sich schon Zehntausende den alten Clip angeschaut. Nach «Teleboy» (1974-1981) präsentierte Felix in der Schweiz den «Supertreffer» (1987-1991).

Versteckte Kamera
Die TV-Karriere des ausgebildeten Lehrers begann 1960 mit einem Nebenjob: Felix, der sich schon als Junge für die Medien interessiert hatte, arbeitete zuerst nebenher als Radio- und Fernsehreporter. 1965 wechselte er ganz zum Schweizer Fernsehen, wo er sich bald eigene Sendeformate ausdenken konnte. Ab Beginn der 80er-Jahre fasste der TV-Entertainer auch in Deutschland Fuss. Für den Sender ARD entwickelte er «Verstehen Sie Spass?», das er anschliessend während zehn Jahren selber moderierte. Wiederum mit viel Fortüne: Die Sendung mit der versteckten Kamera wurde zur erfolgreichsten TV-Show der Dekade. Ein in die Matterhorn-Nordwand gehängter Zeitungskiosk für Bergsteiger Reinhold Messner war der Lieblingsgag von Kurt Felix: «Er hat sich darüber furchtbar aufgeregt.» Ab 1983 stand dem Moderator in den TV-Sendungen seine Gattin Paola zur Seite.

Traute Zweisamkeit
In einer Umfrage wurden die Eheleute Felix 1988 zum beliebtesten Moderatoren-Paar der damaligen Bundesrepublik Deutschland gewählt. Die gutbürgerliche Zweisamkeit trug den beiden immer wieder sanften Spott ein, war aber erwiesenermassen keine Show-Nummer. Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms verabschiedeten sich die beiden 1990 von der grossen Bühne, um auch im Privaten über mehr Zeit zu zweit zu verfügen. Während einiger Jahre war Felix dann vor allem als TV-Berater, Show-Entwickler und Kolumnist tätig.


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