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Tagblatt Online, 19. Juli 2012 06:04:00

Die Party wird «noch krässer»

Frauenbadi Drei Weieren Zoom

Die nächste SMS-Party ist auf Drei Weieren angekündigt. (Bild: Ralph Ribi)

ST.GALLEN. Nach der Strassenschlacht in St.Gallen vom Wochenende wird via SMS bereits zur «Next project x party» aufgerufen. Sie soll Ende Monat auf Drei Weieren stattfinden. Am Ende des Aufrufs steht ein Satz, der wie eine Drohung tönt.

MARKUS SCHERRER

«Wir dürfen nicht blauäugig sein. Wir müssen damit rechnen, dass es weitere solche Parties gibt», hatte Pius Valier, Kommandant der Stadtpolizei St.Gallen, gesagt, als er nach der Strassenschlacht am Marktplatz vom vergangenen Wochenende die Fakten präsentierte. Valier muss eine Vorahnung gehabt haben. Seit gestern wird via SMS und WhatsApp zur «Next project x party» geladen. Sie soll am Dienstag, 31. Juli, ab 22 Uhr auf Drei Weieren stattfinden. Mitzubringen sind «Alk, Sound, Badehosen und Party Laune». Der Aufruf schliesst mit einem Satz, der wie eine Drohung zu verstehen ist: «Die Party geht noch krässer.»

Die St.Galler Stadtpolizei habe am Dienstag erstmals Kenntnis davon erhalten, dass sich erneut ein Aufruf zu einer Party im Umlauf befinde, sagt Mediensprecher Benjamin Lütolf. Allerdings war in jenem SMS vom 1. August die Rede. Tags darauf folgte in der «Einladung» die Korrektur des Datums. «Bei der letzten Nachricht hab ich 1. August als Datum geschrieben, da mit aufgefallen ist das alle am 2. August arbeiten müssen ändere ich das Datum!!», ist im fehlerhaft geschriebenen SMS zu lesen. Wie bei der unbewilligten Party in der Innenstadt vom Samstag wird auch diesmal der Hinweis plaziert, den Aufruf nicht über Facebook zu verbreiten.

Das Werk von Nachahmern?

Es werde nun geprüft, ob es sich beim neuen Aufruf «um Nachahmer oder die gleichen Personen handelt, die bereits zur ersten SMS-Party aufgerufen hatten», sagt Lütolf. Die Polizei schliesst nicht aus, dass der Veranstalter vom Samstag, der wohl kaum ermittelt werden kann, Gefallen an seinem Vorgehen gefunden hat. Auch wenn sich die Stadtpolizei nach dem jüngsten Aufruf zurückhaltend gibt und vorerst Abklärungen treffen will, ist davon auszugehen, dass sie diesmal die Party nicht unterschätzen wird. So gewinnen Valiers Aussagen von Anfang Woche wieder an Aktualität: «Solche Aufrufe dürfen wir in Zukunft nicht mehr als harmlos ansehen.»

Die Polizeiverantwortlichen werden mit Sicherheit darüber diskutieren, ob sie am 31. Juli das Gebiet auf Drei Weieren absperren sollen oder nicht. Feststehen dürfte auch, dass die Stadtpolizei von Beginn weg mehr Einsatzkräfte aufbieten wird als am vergangenen Wochenende. Es sind die Lehren, die Valier aus der Strassenschlacht im Stadtzentrum gezogen hat.

Weitläufig und unübersichtlich

Je nach Entwicklung bis zum 31. Juli und aufgrund des weitläufigen, unübersichtlichen Geländes auf Drei Weieren könnte sich der Chef der Stadtpolizei sogar gezwungen sehen, beim Ostschweizerischen Polizeikonkordat Unterstützung zu beantragen. Dazu sah sich Valier schon einmal veranlasst – im Mai 2005, als in St.Gallen eine unbewilligte Kundgebung gegen Wegweisungen von der Polizei aufgelöst wurde. Damals begründete er den Antrag damit, dass zur Kundgebung «auf nationalen Plattformen» im Internet aufgerufen worden sei. Zudem habe die Polizei davon ausgehen müssen, dass dem Aufruf gewaltbereite Gruppen aus anderen Städten Folge leisteten. Diese Problematik dürfte sich auch am 31. Juli stellen. Denn im Gegensatz zur ersten illegalen SMS-Party vom Samstag, die kurzfristig publik wurde, ist der Aufruf zur «Next project x party» fast zwei Wochen im Voraus erfolgt.




Leser-Kommentare:
3 Beiträge

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troll (26. Juli 2012, 14:47)
Party

Das alles hat sicher nichts mit Party zu tun. Das ist eine von Chaoten und SP provorzierte Aktion gegen die Polizei

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antonino (19. Juli 2012, 14:54)
Die party wird noch krasser

das haben wir jetzt davon mit unserer SP orientierten stadtregierung. wie lange geht es noch bis diebevölkerung merkt, dass das die falsche regierung ist?
antonino

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mercator (19. Juli 2012, 10:25)
...der Fluch holt die Gesellschaft ein....

Es ist absehbar, dass sich die sog. Gesellschaft letztlich nur noch mit den fatalen Auswirkungen der eigenen Dekadenz beschäftigt. Blöd, dass wir im selben Boot sitzen und uns nicht mehr dagegen wehren.... wollen, können, dürfen. Wir sind inzwischen schon beim 'nicht mehr dürfen' angelangt.

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