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Tagblatt Online, 20. Juli 2012 12:01:00

Beschneidungen von Buben wegen der Religion: Kinderspital St.Gallen erwägt Moratorium

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Das Kinderspital will nach den Sommerferien definitiv entscheiden, wie es mit dem Thema Beschneidung von Buben aus religiösen Gründen umgeht. (Bild: Archiv/Coralie Wenger)

ST.GALLEN. Der Entscheid des Zürcher Kinderspitals, bis auf weiteres keine religiös begründeten Beschneidungen an Knaben mehr durchzuführen, zieht weitere Kreise. Auch das St.Galler Kinderspital erwägt ein Moratorium. Die Gesellschaft für Kinderchirurgie hat das Thema diskutiert und gibt keine Empfehlung ab.

Nach dem umstrittenen Urteil des Kölner Landgerichts, das die Entfernung der Vorhaut als Körperverletzung einstufte, hat das Zürcher Kinderspital beschlossen, vorläufig keine Beschneidungen mehr vorzunehmen und das Thema zu überprüfen. Dies wurde am Donnerstag publik. Nun erwägt auch das Ostschweizer Kinderspital in St.Gallen ein Moratorium für Beschneidungen an Knaben aus religiösen Gründen. Dies sagte Marco Fischer, Mitglied der Spitalleitung, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Den Entscheid, ob Eingriffe dieser Art gestoppt werden, fällt die Spitalleitung nach den Sommerferien.

«Könnte Schutz der Kinder dienen»
Die Entscheidung ist laut Marco Fischer schwierig. Das Urteil aus Köln könnte präjudizierende Wirkung auf die Schweiz haben. Chirurgen, die Knaben aus religiösen Gründen beschneiden, könnten möglicherweise auch in der Schweiz wegen Körperverletzung zur Rechenschaft gezogen werden, sagte der Jurist. Die ärztliche Sicht sei eine andere: Viele Ärzte seien der Meinung, dass religiös motivierte Beschneidungen ohnehin vorgenommen würden - ob mit oder ohne Kinderchirurgen. Eine Operation im Spital könnte deshalb dem Schutz der Kinder dienen.

Entscheid den Spitälern überlassen
Auch die schweizerische Gesellschaft für Kinderchirurgie hat sich mit dem Thema beschäftigt. An einer Sitzung am 29. Juni habe der Vorstand das Kölner Urteil diskutiert und beschlossen, vorläufig keine Empfehlung abzugeben. Er wolle die Entscheidung den lokalen Spitälern überlassen. Dies teilte das Luzerner Kantonsspital auf Anfrage der sda mit. (sda)

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Leser-Kommentare:
4 Beiträge

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adolfk31 (24. Juli 2012, 09:01)
Lasst unseren Mannen

deren "Bimbäl" doch weiterhin BIO gerecht und wie angeboren bambeln lassen gogen ....

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unangan (21. Juli 2012, 14:43)
Krebsvermeidung.... HIV-Risiko vermindern.

Mal ganz "profan" geschrieben:,
ein gepfleger, gewaschener Penis... mit dem Hüttchen versehen, kann laut dem Bundesamt für Statistik weder HIV verbreiten, noch ein Krebsrisiko vermindern.
Natürlich... ich anerkenne die religiösen "Rituale" die über manchmal vielen hunderten Jahren zur Kultur der jeweiligen Glaubenszugehörigkeit bestimmend sind.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Was sicher in den nahöstlichen Regionen ehemals als Rheinheit als angebracht war, ist Heute mit Dusche...evt. Bad... kein Gesundheitsrisiko mehr.
So wäre doch das "Reinheitsgebot" des Pensis in vielen Schichten der Aufklärung zum "Waschen" irgend eines Körperteils unschwer zu vermitteln.
Wenn dann der "Junge" alt genug ist, um über seine "Vorhaut" zu entscheiden, dann garantiert die Glaubensfreiheit, auch eine leichte "Korrektur" der "Vorhaut".
Kindesrecht ist Menschenrecht.
Mit der Volljährigkeit, kann jeder Junge über seine Beschneidung entscheiden.

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diethelm (21. Juli 2012, 18:06)
Beschneidung von Männern

wird von der WHO ausdrücklich empfohlen, um das Risiko zu vermindern, sich mit HIV anzustecken. Da nützt Waschen allein nichts. Für HPV, welches Gebärmutterhals- und Peniskrebs verursacht, gilt das gleiche (siehe u.a. http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/hiv-und-hpv-beschneidung-bremst-viren_aid_356823.html). Männer können damit sich selbst wie auch ihre Partner schützen.

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diethelm (20. Juli 2012, 13:04)
Es gibt einige Operationen,

die ohne medizinische Notwendigkeit durchgeführt werden, beispielsweise die Korrektur von abstehenden Ohren, die damit gerechtfertigt wird, dass die Kinder sonst gehänelt würden. Es werden auch Klein- und Schulkinder beschnitten, die eine Phimose haben, aber keine Beschwerden deswegen. Als Grund wird oft angegeben, es könnte später beim Geschlechtsverkehr Probleme geben. In beiden Fällen könnte könnte man den Entscheid den Kindern/Jugendlichen überlassen.
Ich wäre dafür, zuerst einmal solche Operationen nur noch durchzuführen, wenn die Kinder einverstanden sind, bevor man einen kleinen Eingriff verbieten will, der für Juden und Moslems aus religiösen Gründen zentral ist und der erst noch gesundheitliche Vorteile hat (kleineres Risiko für HIV-Ansteckungen für beschnittene Männer, kleineres Risiko für ihre Partnerinnen für Gebärmutterhalskrebs für ihre Partnerinnen)

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