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Tagblatt Online, 30. April 2012 01:08:00

«Wir wussten sofort: Wir müssen helfen!»

Flugzeugabsturz in Bodensee

Zoom

Seraina und Markus Brunner. (Bild: mak)

Nur zwei Stunden sind vergangen, seit Seraina und Markus Brunner die zwei Insassen des in den Bodensee gestürzten Kleinflugzeugs gerettet hatten. Jetzt sitzen Vater und Tochter gemütlich auf ihrem 40jährigen Flussschiff bei ihrem Anlegeplatz im Altenrheiner Hafen «Marina Rheinhof». Freunde sitzen um den Tisch, es gibt Grilladen und Salate.

«Ich war geschockt, als ich das Flugzeug in den See stürzen sah», sagt die 15jährige Seraina. Zusammen mit ihrem Vater wollte sie den Morgen auf dem See geniessen. Sie waren mit ihrem kleinen Zweitboot unterwegs, als die beiden plötzlich ein «kurlig fliegendes» Kleinflugzeug am Himmel bemerkten. «Man sah, dass nicht alles sauber läuft», erzählt sie. Plötzlich sei alles sehr schnell gegangen: «Das Flugzeug sank», erklären die beiden Wildhauser, «dann gab es einen lauten Knall». Nur etwa 200 Meter von ihrem Boot entfernt stürzte das Experimentalflugzeug in den See.

«Zuerst tauchte es ab», sagt Markus Brunner. Plötzlich hätte man es wieder an der Wasseroberfläche gesehen. «Wir wussten sofort: Wir müssen helfen!» Beim Wrack angekommen dann die Erleichterung. Der Pilot und sein Passagier waren unverletzt: «Sie hatten den Ausstieg aus der Kabine geschafft und klammerten sich klatschnass und frierend an einen Flügel», so Sereina.

Die Retter nahmen die Verunglückten an Bord, gaben ihnen trockene Kleidung. «Trotz der Verhältnisse wirkten die beiden Männer relativ entspannt», erzählen Seraina und Markus Brunner. «Bevor wir zurück in den Hafen konnten, wollten sie Gerätschaften und Akten aus dem Flugzeug sichern», sagt Markus Brunner. Auf der kurzen Fahrt in den Hafen in Altenrhein, wo ein Grossaufgebot an Rettungskräften bereitstand, hätten die beiden ihren Angehörigen telefonisch mitgeteilt, dass sie wohlauf wären.

«Die Geretteten haben sich mehrere Male bei uns bedankt». Doch sei es schliesslich eine Pflicht, in solchen Situationen sofort zu helfen. Marco Kamber




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