Tagblatt Online, 03. März 2011 01:07:00
Weilers Geschäft mit der Liebe
Zwei schöne Menschen, halbnackt fotografiert – das zieht immer. So auch, als «20 Minuten» gestern meldete, dass Stephan Weiler, Ex-Mister Schweiz aus St. Gallen, frisch verliebt sei – samt Bildern von ihm und der neuen Freundin. Natürlich sprangen andere Medien im Land auf, erzählten die Lovestory nach und zeigten vor allem die schönen Bildli weiter.
Neue Liebe = mehr Aufträge
Für Weiler hängt jetzt also «der Himmel voller Geigen». Vielleicht auch ein bisschen, weil er sich parallel zur neuen Liebe vor einem Monat ein neues Management zugetan hat: Von der Mister-Schweiz-Organisation (im St. Galler Achslen-Quartier) zur Agentur Zone 4 Communications nach Zürich.
Dort wurde Weilers frische Verliebtheit flugs ausgeschlachtet. «Die Leute sollen merken: Den Weiler gibt's ja noch», sagt Geschäftsführerin Farah de Tomi. So schickte sie das Paar ins Fotostudio und steckte die Bilder dem Gratisblatt.
Man ist ja sowieso erstaunt, wieder einmal etwas vom Mister aus dem St. Galler Bruggen-Quartier zu hören. In letzter Zeit war es doch still geworden um ihn. Ein Armbruch in den Skiferien, das im letzten Herbst angetretene Chemiestudium, aber sonst? Nichts. Keine (wahrgenommenen) öffentlichen Auftritte oder Werbekampagnen, keine Skandälchen.
Die schwache öffentliche Präsenz zeigt Weilers bescheidene Auftragslage. Laut Urs Brülisauer von der Mister-Schweiz-Organisation verdient Weiler mit Modeln und Co. «einen Zustupf an sein Studentenbudget». Davon leben könne er aber nicht. Also: Auch wenn ihn im Moment noch Luft und Liebe am Leben erhalten dürften – Weiler braucht mehr Aufträge.
Fotos von der Trennung
Dass sich das Geschäft mit der Liebe auszahlen soll, plant auch de Tomi: «Sicher nicht unter 2000 Franken» koste ein Weiler-Auftritt. Im übrigen will sie sein Image aufpolieren: «Stephan wurde in den Medien in der Vergangenheit oft schlecht rübergebracht.» Künftig soll er aber «souverän und authentisch» wirken. Darum müsse er drei- bis viermal pro Jahr in den Medien erscheinen, sagt de Tomi.
Bleibt zu hoffen, dass wir beim nächsten Mal nicht über den Schiffbruch der jetzt noch zarten Liebe berichten müssen – und wenn doch, dann aber bitte mit perfekt ausgeleuchteten Trennungsfotos.
Urs-Peter Zwingli
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