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Tagblatt Online, 02. August 2012 06:05:00

Viel Rauch um nichts - Klartext-SG übt Kritik

Party auf Drei Weieren Zoom

Um Mitternacht zünden die Jugendlichen auf Drei Weieren einige Petarden. (Bild: Urs Bucher)

Die zweite illegale Party in St. Gallen hätte am Dienstag auf Drei Weieren stattfinden sollen – allerdings kamen kaum mehr Leute als sonst. Die Organisation Klartext-SG findet, Behörden und Öffentlichkeit hätten in den letzten Tagen destruktiv reagiert.

CORINNE RIEDENER

ST. GALLEN. Sie sollte noch krasser als die erste Project-X-Party von Mitte Juli werden: die zweite illegale Party, diesmal auf Drei Weieren. So hatte es im anonymen Aufruf geheissen. Im Vorfeld wurde viel darüber berichtet, Anwohner waren besorgt. Dann war es endlich so weit – und nichts geschah, praktisch nichts.

Wie an andern Abenden

Es sind 50 bis 70 Personen, die sich am Dienstagabend beim Mannenweier einfinden. «Eine Zahl, die vergleichbar ist mit jener an andern Sommerabenden», sagt Benjamin Lütolf, Mediensprecher der Stadtpolizei. Da und dort werden Böller gezündet, es wird Bier getrunken und Musik gehört. Keine Spur von Konfrontationskurs oder Gewaltexzessen, wie sie im Vorfeld von Anwohnern und der Polizei befürchtet worden waren.

Vor zwei Wochen war die erste unbewilligte Party in der St. Galler Innenstadt eskaliert. Gegen 500 Personen waren dem anonymen Party-Aufruf gefolgt. Nach Schlägereien und Krawallen räumte die Polizei Bohl und Marktplatz.

Bilderstrecke: Party auf Drei Weieren

Auf Dienstagabend wurde zur zweiten St.Galler SMS-Party auf die Drei Weieren eingeladen. Von Party konnte angesichts der wenigen Menschen, die sich einfanden, aber nicht die Rede sein. (Bilder: Urs Bucher)


«Mangelndes Fingerspitzengefühl»

«Die Geschehnisse der letzten Wochen zeigen auf, wie destruktiv die Behörden, aber auch die Öffentlichkeit reagieren und kulturelles Verständnis und Fingerspitzengefühl vermissen lassen, wenn die Nachtkultur plötzlich auf den Strassen stattfindet», schreibt Klartext-SG gestern in einem Communiqué.

Petarden um Mitternacht

Ganz ohne Petarden und Böller geht es in der Nacht auf Mittwoch auf Drei Weieren nicht. Überall feiern kleine Gruppen mit Raketen und Vulkanen – bis in den 1. August hinein. Etwas abseits zündet eine grössere Gruppe um Mitternacht die mitgebrachten Petarden. «Wir wollten schauen, ob es die Party wirklich gibt», sagt einer der Jugendlichen. «Wir kommen am 1. August immer hierher.» Sie hätten für das Feuerwerk einen dreistelligen Betrag ausgegeben. Das gehöre einfach dazu.





Leser-Kommentare:
2 Beiträge

Kommentare lesen

unbekannt (02. August 2012, 10:29)
hey hey, MERCATOR

wie war das noch mit dem "nichtsnutzigen" nachwuchs? der apfel fällt bekanntlich nicht weit vom stamm - wer ich bin? ein über siebzigjähriger, der auch mal zwanzig war aber nicht nicht vergessen hat, was wir damals, auch auf drei weihern, ab und an abgehen liessen -

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mercator (02. August 2012, 09:46)
...kulturelles Selbstverständnis....

Ja, ja, wie bei den Römern - kurz vor dem Untergang. Die Gesellschaft hatte damals (auch) alle Hände voll zu tun um den nichtsnutzigen Nachwuchs (nicht alle !!) in Zaum und Zügel zu halten.

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