Tagblatt Online, 02. Juni 2010 01:03:00
Thriller: Kormoran vs. Fischotter
Der erste Ostschweizer Jungfilmer-Wettbewerb zählt erst wenige Anmeldungen. Die thematische Ausrichtung schreckt ab, müsste aber eigentlich Anreiz sein.
St. Gallen. Landauf, landab boomen die Nächte und Wettbewerbe rund um den Kurzfilm. Nun soll nach dem Willen eines Vereins um Lukas Hofstetter (Gapevents) «endlich auch die Ostschweiz» ihre Plattform für junges, kurzformatiges Filmschaffen erhalten.
Ende Oktober 2010 flimmert demnach erstmals der Ostschweizer Filmwettbewerb für junge Filmschaffende (bis 26, aus SG, AI, AR) über eine St. Galler Kinoleinwand.
Die höchstens fünfminütigen Trick-, Spiel- oder Dokumentarfilme sowie Clips (bis 30 Sekunden) werden selektioniert, öffentlich vorgeführt und bestenfalls prämiert. Es winkt ein Preisgeld von insgesamt 8000 Franken.
Die Jury besteht einerseits aus Filmleuten (wie Andreas Baumberger), andererseits aus Umweltexperten wie dem obersten St. Galler Naturschützer Alfred Brülisauer und WWF-Geschäftsführer Martin Zimmermann. Denn der Wettbewerb hat im Jahr der Biodiversität eine Themenvorgabe: die Vielfalt der Natur.
Gesucht werden Auseinandersetzungen mit der Umwelt – «egal, ob warnend, trashig, kritisch, abschreckend, unterhaltend». Das anspruchsvolle Thema schrecke wohl ab, meint Hofstetter, bislang seien erst sechs Anmeldungen eingetroffen. Nun sollen es bis zum Einsendeschluss am 13. Juni noch einige mehr werden.
Eigentlich müsste das Thema beflügeln, denn zur Biodiversität gehören Tiere, Pflanzen, Ökosysteme, Landschaften – und Menschen. Sprich: sehr vieles auf der Welt. Und wo es um Vielfalt geht, darf auch gekämpft werden.
Warum also keinen Thriller zeichnen, in dem ein Kormoran gegen einen Fischotter um Forellen kämpft? Oder tausend Libellen tanzen, bis der Steinadler kommt? (mel)
- Artikel empfehlen:







Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben