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Tagblatt Online, 08. Dezember 2009 01:02:57

St. Galler Fotos auf hoher See

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Die «Oasis of the Seas». (Bild: Bild: pd)

Die Fotokünstlerin Liliane Eberle hat für das grösste Kreuzfahrtschiff der Welt Bilder gemacht. Eineinhalb Jahre war sie mit dem Projekt beschäftigt.

Yvonne Bugmann

St. Gallen. 360 Meter lang ist die «Oasis of the Seas», sie kostete 1,5 Milliarden Franken und bietet Platz für 6300 Passagiere. Mit an Bord des angeblich grössten und teuersten Kreuzfahrtschiffs der Welt sind Bilder der in St. Gallen lebenden Fotokünstlerin Liliane Eberle.

Im kommenden Jahr wird die 47-Jährige für einige Zeit als «Artist on Residence» mit in See stechen, doch derzeit weilt sie in St. Gallen. In ihrem Atelier in der Innenstadt hängen farbenfrohe Collagen, Porträts, Naturaufnahmen.

«Die Bilder sollen Freude machen. Ich arbeite deshalb gerne mit Farben. Farben tun uns gut.»

Farbenfroh sind auch die zehn sechs Meter hohen Bilder, die Liliane Eberle auf dem Deck der «Oasis of the Seas» ausgestellt hat: Der Kopf einer Person inmitten einer Löwenzahnwiese, eine Frau in einem roten Kleid, die durch Schnee geht, oder ihr Lieblingsbild, eine Nahaufnahme von Mohnblumen. «Ich konnte frei arbeiten, nur die Farben waren vorgegeben», erzählt Liliane Eberle.

Dass ihre Bilder nun auf dem Kreuzfahrtschiff ausgestellt sind, sei ein «super Gefühl» und eine «schöne Referenz».

Farben als Vorgabe

Ihre – früheren – Fotos gefielen auch Freunden aus Amerika, die bei Liliane Eberle zu Besuch waren. Das führte schliesslich dazu, dass die Galerie DotFiftyOne in Miami Kontakt zur Ostschweizer Künstlerin aufnahm. Seit 2005 stellt sie regelmässig Bilder in Miami aus.

Auf ihre Werke in der Galerie wurde eine Kuratorin aufmerksam, und so kam es, dass Liliane Eberles Bilder seit der Jungfernfahrt des Schiffes am 1. Dezember in der Karibik unterwegs sind.

Das Verborgene finden

Die Fotografien entstanden zum Teil in der Ostschweiz, andere in südlichen Ländern. Denn die Künstlerin reist gerne. Reisen inspiriere sie, sei für sie Ferien und Arbeiten gleichzeitig, sei ihr Lebenselixier. «Auf Reisen spüre ich mich besser.

» Studienfahrten führten sie nach Marokko, Tunesien, Jordanien, zuletzt war sie in Bali, als nächstes will sie entweder nach Sri Lanka oder Indien.

Unterwegs lichtet Liliane Eberle nicht nur gerne Menschen ab, sondern macht auch Nahaufnahmen von Steinen, Pflanzen, Blumen. «Ich möchte dem Verborgenen auf die Spur kommen.»

Die gelernte Raumgestalterin bearbeitet ihre Bilder, wie sie offen zugibt. «Ich sehe mich nicht als Fotografin, sondern als Fotokünstlerin, so habe ich mehr Freiheiten.» Auch die Bilder auf dem Kreuzfahrtschiff sind bearbeitet, sind Collagen, «die man aber nicht als solche erkennt», sagt Liliane Eberle und lacht.





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