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Tagblatt Online, 19. August 2011 07:51:00

Sändele auf hohem Niveau

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Speed-Carver schalen ihre Mini-Sandskulpturen in 20 Minuten aus – links der Holländer Wilfred Stijger, Gewinner des ersten Durchlaufs. (Bild: Urs Jaudas)

RORSCHACH. Das Sandskulpturenfestival in Rorschach ist in vollem Gange. Neben dem Hauptereignis machen die Teilnehmer auch am Speed-Carver-Contest mit. Es gilt in kurzer Zeit eine Skulptur zu formen.

Livia Caluori

Der Sommer am See ist rechtzeitig zurück: Mit aufgesetzten Sonnenbrillen und Glaces in der Hand bestaunen Auswärtige und Einheimische auf der Rorschacher Seepromenade West die neun Zweierteams, wie sie Sandkunst zum Thema «Das Tier in dir» formen. Das 13. Sandskulpturenfestival ist bereits in vollem Gange. Bis morgen sind die Künstler noch damit beschäftigt, ihre Kunstwerke fertigzustellen.

Sandduelle unter Zeitdruck

Neben dem eigentlichen Wettbewerb nehmen die internationalen Wettkämpfer wiederum am Speed-Carver-Wettkampf teil. Dabei gilt es in kurzer Zeit eine zum ausgelosten Thema passende Mini-Sandskulptur zu erschaffen. «Dear Artists, please come to the stage. We are about to do the lottery», ruft Urs Koller, künstlerischer Leiter des Festivals – die Künstler sollen für die Auslosung zur Seebühne kommen. Für den ersten von vier Durchläufen werden vier Teilnehmer von einer Glücksfee ausgelost. Nach dem Countdown von 5 runter auf 0, von Kindern lauthals mitgezählt, beginnt die «Kampfzeit».

In den ersten 20 Minuten komprimieren die Wettkämpfer mit Hilfe von Seewasser einen Block aus Sand. Dabei darf nicht zu nass oder zu trocken gearbeitet werden. «Wenn zu viel Wasser verwendet wird, verflüssigt sich der Sand. Bei einer zu trockenen Vorgehensweise bröckelt er ungünstigerweise», erklärt Koller den neugierigen Zuschauern. Schnell wird klar, dass jeder Teilnehmer unterschiedlich vorgeht. Im zweiten Durchlauf fällt vor allem die Technik des Letten Ile Karlis auf: Showmässig tanzt er auf dem Sand herum, um ihn bestmöglich zusammenzupressen.

Nach einer zehnminütigen Pause, in der manch ein Teilnehmer kopfvoran in den See springt – das Bauen von Skulpturen ist schweisstreibende Arbeit –, geht der Wettbewerb weiter. Während nochmals 20 Minuten zaubern die Künstler aus dem robusten Block Sand eine thematische Skulptur. Von Meisel, über Pinsel bis hin zu Schablonen werden alle Werkzeuge für ein optimales Ergebnis gebraucht. Von Minute zu Minute beginnen die Zuschauer zunehmend mehr Grundzüge zu erkennen. «Ich weiss, was der da macht: Schachfiguren», sagt ein Kind zur Mutter. Gemeint ist die Sieger-skulptur des ersten Durchlaufs: Der Holländer Wilfred Stijger formte zum Thema «Spiel» zwei sich umarmende Schachfiguren.

Final des Speed-Carvings

Heute kämpfen die vier Gewinner der Vorrunden im Final um den Siegertitel des dritten Speed-Carver-Contests. Morgen werden dann die grossen Skulpturen prämiert. Noch ist der Zutritt zum Skulpturenpark kostenlos, ab Samstag kostet er fünf Franken; der Park bleibt bis 18. September.





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