Tagblatt Online, 02. November 2009 01:01:42
High-Tech im Rega-Jet
Nach der Landung wird die Patientin ins Spital gebracht. (Bild: Bild: pd)
In einem Jet der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega ist zum ersten Mal eine mobile Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz gekommen. Eine deutsche Touristin musste von Kroatien nach Deutschland geflogen werden.
Zum ersten Mal war letzte Woche die mobile Herz-Lungen-Maschine «Life Box» auf einem Regaflug in 12 000 Metern Höhe im Einsatz, wie die Rega mitteilte. Mit der Life Box wird der Zustand des Patienten vor Ort stabilisiert, so dass der Transport in das weiterbehandelnde Zentrum unter stabilen Kreislaufverhältnissen erfolgen kann.
Letzten Montag kam die Life Box erstmals zum Einsatz.
Touristin erkrankt
Eine 35jährige deutsche Touristin erkrankte in der kroatischen Stadt Knin an einem schweren Lungenversagen. «Nur der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine kann das Leben der jungen Deutschen noch retten», schreibt die Rega in einer Mitteilung. Das örtliche Krankenhaus verfügt jedoch nicht über die notwendigen Apparate, und ein Transport nach Zagreb ist aufgrund des kritischen Zustandes der Patientin nicht möglich.
Ein Ambulanzjet flog nach Kroatien, an Bord die Herz-Lungen-Maschine sowie ein Arzt, eine Intensivpflege-Fachperson und ein dreiköpfiges «Cardiac-Life-Support-Team» des Herz-Zentrums Bodensee. Die Patientin wurde nach Deutschland geflogen, ihr Zustand war stabil.
Maschinen zu schwer
Die herkömmlichen Herz-Lungen-Maschinen, wie sie in Kliniken bei Herzoperationen verwendet werden, sind nicht nur zu gross.
Mit einem Gewicht von 250 Kilogramm sind sie auch zu schwer, um in Flugzeugen während eines Patienten-Transports eingesetzt werden zu können.
In Zusammenarbeit mit dem Herz-Zentrum Bodensee ist es der Sorin Group – dem führenden Hersteller von Herz-Lungen-Maschinen – gelungen, das Problem zu lösen. (red.)
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