Tagblatt Online, 19. September 2008 01:00:24
Die MS Sonnenkönigin gekrönt
Gestern wurde das grösste Bodenseeschiff getauft
Vor der Jungfernfahrt: Die Gäste strömen ins Innere der «Sonnenkönigin». (Bild: Bild: ky)
Friedrichshafen. Das grösste Schiff auf dem Bodensee, die «Sonnenkönigin», ist gestern Donnerstag in Friedrichshafen getauft worden. Taufpatin war die Geschäftsführerin der Blumeninsel Mainau, Bettina Gräfin Bernadotte.
Gerhard Herr
Zwischen Nebelwarnanlage und Seezeichen 41 liegt die durch die riesigen Glasflächen silbrig glänzende und bis zum Mast über elf Meter hohe Sonnenkönigin mit fast 900 Ehrengästen an Bord. Die für 1000 Passagiere konzipierte und als schwimmender Konzertsaal, Kongress- oder Partyschiff eingesetzte «Sonnenkönigin» mit Heimathafen Bregenz wird ein Zeichen im Bodenseetourismus setzen.
Magnumflasche am Heli-Seil
Umrahmt ist sie von Schiffen der ebenfalls dem Sonnenkönigin-Eigentümer Walter Klaus gehörenden Vorarlberg Lines und der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt AG (SBS), der «Vorarlberg», «Montafon» sowie der «St. Gallen» mit weiteren, teils zahlenden 500 Zaungästen: Das Bregenzer Militärmusikorchester spielt einen schmissigen Marsch, während sich am Horizont der Helikopter nähert. Am langen Seil: die Magnumflasche Champagner. Dann knallt diese punktgenau, vom Helipilot gesteuert direkt neben dem Namen an den Schiffsrumpf.
Stammgäste gesucht
Der Unternehmer Walter Klaus hat mit den von ihm seit Jahren geschmiedeten Plänen in zwei Jahren Bauzeit eine Vision umgesetzt. Gestern hoffte er, dass viele der Jungfernfahrt-Gäste auch Stammgäste würden. Denn ein paar Euro, genauer 13 Millionen, habe er schon ausgegeben. Dafür wurden in der Bodan-Werft in Kressbronn in zwei Jahren 480 Tonnen Stahl, 980 Quadratmeter Glas und 90 Kilometer Kabel verbaut.
Pegelstand zu niedrig
Bereits während der Jungfernfahrt werden die Dimensionen und die damit verbundenen Schwierigkeiten deutlich: Die ursprünglichen Pläne, das Schiff im Hafen an der Uferpromenade von Friedrichshafen zu taufen, wurden gestrichen. An einem Anlegeplatz der Weissen Flotte hat die Sonnenkönigin mit zwei Metern Tiefgang wegen des derzeit niedrigen Pegelstandes zu wenig Wasser unterm Kiel. Künftig soll das Riesenschiff aber neben seinem Heimathafen Bregenz auch die Häfen in Lindau, Friedrichshafen, Romanshorn und Rorschach sowie die Insel Mainau anlaufen. Auch Landestege, wie vor Immenstaad und Kressbronn, sind mögliche Landestellen.
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