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Tagblatt Online, 24. November 2009 01:02:39

Sieg für Skateboards aus Nepal

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Der Gewinner weilt in Nepal: Marius Arter, hier vor einem hinduistischen Schrein, ist in Kathmandu und produziert Skateboards. (Bild: Bild: zVg)

Zwei St. Galler Projekte haben den Final des interregionalen Jugendprojektwettbewerbs in Vaduz dominiert. Die Jury setzte Arniko Skateboards auf den ersten Platz. Auf dem zweiten folgt die Jugendtheatergruppe Hemberg.

Sebastian Keller

Am vergangenen Samstag brillierte St. Gallen in Vaduz: Beim Final des interregionalen Jugendprojektwettbewerbs erreichten zwei Projekte aus dem Kanton St. Gallen Spitzenplätze. Für den Final waren elf Projekte aus dem Kanton St. Gallen, dem Fürstentum Liechtenstein und Vorarlberg qualifiziert.

Auf den ersten Platz hievte die Jury das Projekt Arniko Skateboards.

Den zweiten Platz belegten zwei Projektteams: die Jugendtheatergruppe Hemberg mit ihrem Theaterstück «Irrenhaus oder nicht… ?» und eine Vorarlberger Showtanzgruppe. Die Jugendtheatergruppe gewann den regionalen Final in St. Gallen. Der Hemberger Daniele Arconzo freut sich: «Ich habe nie damit gerechnet, dass wir so weit vorne in der Rangliste erscheinen.»

Handgefertigte Skateboards

Das Projekt «Arniko Skateboards» belegte beim regionalen Final den vierten Platz – und gewann am Samstag. Arniko produziert Skateboards und Kleider in Nepal. Initiant ist der gelernte Schreiner Marius Arniko Arter – sein zweiter Vorname gibt dem Label den Namen. Er ist in Nepal geboren und lebte einige Jahre in der Himalaja-Republik. Gerade jetzt weilt er in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, wo die Skateboards gefertigt werden.

Marius sei sehr stolz über den Sieg beim Final, sagt Benjamin Rieder, der in Vaduz dabei war und bei Arniko für den Vertrieb zuständig ist. Zwölf Personen arbeiten insgesamt bei Arniko mit, die meisten studieren und bringen ihr Wissen aus der jeweiligen Disziplin mit ein: Design-, Recht-, Medien- oder BWL-Studierende. «Es ist ein intensives Hobby. Jeder macht das, was er kann», sagt Rieder, «und alle arbeiten ohne Lohn.»

Jedes Brett ein Unikat

Die Bretter von Arniko sind alles Unikate – keines sieht aus wie das andere. Marius Arter organisiert in Kathmandu das Holz, schneidet es zu und drückt es mit der eigens angefertigten Presse in die Form. «Dieser Vorgang dauert fünf Stunden», erklärt Rieder.

Wenn der Leim trocken ist, bringt Arter die Bretter in lokale Familienunternehmen, die die Skateboards mit traditionellen Schnitzereien verzieren. Primäres Ziel sei nicht die Produktion in Nepal.

«Das wäre in der Schweiz fast einfacher», sagt Rieder. Es gehe darum, Arbeitsplätze in einem Land zu schaffen, wo über 40 Prozent der Menschen arbeitslos sind. «Dieser Ansatz hat wohl auch die Jury überzeugt.»

Sieg bringt Aufmerksamkeit

Das Arniko-Team hat eine Vision: «Wir wollen in Nepal eine Schreinerei aufbauen, wo wir Schreiner ausbilden können.» In diesem Betrieb sollen neben Skateboards auch andere Schreinerarbeiten ausgeführt werden. Dazu fehle allerdings noch das Geld. Die 1100 Euro Preisgeld werden auf jeden Fall sofort investiert. Der Sieg bringe vor allem eins mit sich: Aufmerksamkeit. «Und es ist eine Würdigung unserer Arbeit», sagt Rieder.

Im Frühling 2010 bringt Arniko die neue Kollektion auf den Markt: Neu sind neben Skateboards, T-Shirts und Pullover auch Rucksäcke, Hosen und Jacken im Sortiment – alles aus Nepal.





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