Tagblatt Online, 08. Januar 2010 12:07:00
Ostschweizer Gesundheitschefs prüfen eigene Einheitskasse
Einheitskasse statt Kassen-Wirrwarr? In der Ostschweiz wird dies geprüft. (Bild: Bild: Keystone)
ST.GALLEN. Die Idee der Glarner findet in der Ostschweiz Unterstützung: Mit einer regionalen Einheitskasse soll der «ungesunde» Wettbewerb unter Billigkassen beseitigt werden. Der definitive Entscheid fällt im Mai.
Markus Löliger
Die Diskussion um eine Einheitskasse ist neu lanciert: Die Ostschweizer Gesundheitschefs unterstützen die von Glarus vorgeschlagene Prüfung einer kantonalen Einheitskasse für die obligatorische Krankenversicherung. Darüber hinaus wollen sie die Variante einer regionalen, kantonsübergreifenden Einheitskasse untersuchen, weil sie davon ausgehen, dass einzelne Kantone zu klein wären, um eigene Kassen rentabel führen zu können. «Dafür braucht es eine gewisse Grösse und eine bestimmte Anzahl Prämienzahlende», sagt Heidi Hanselmann, Gesundheitschefin des Kantons St.Gallen.Mit Studie Möglichkeiten prüfen
Hanselmann hatte die Präsidentin der Ostschweizer Gesundheitsdirektoren-Konferenz (GDK-Ost) aufgefordert, eine Sitzung zu diesem Thema einzuberufen. Gestern haben die Ostschweizer entschieden. Eine Gruppe – Hanselmann geht von fünf Kantonen aus – unter der Federführung des Kantons Glarus soll bis zur Sitzung im Mai eine Auslegeordnung vornehmen und ein Projekt für eine vertiefende Studie vorlegen. Dann wollen die Gesundheitsdirektoren definitiv entscheiden. Hanselmann geht davon aus, dass nebst Glarus die Kantone Schaffhausen, Thurgau, Ausserrhoden und St.Gallen in der Arbeitsgruppe mitarbeiten werden.
Hauptgründe für die Ostschweizer, das Modell einer Einheitskasse zu prüfen, ist der viel Prämiengeld verschlingende Wettbewerb unter den Billigkassen um gute Risiken, das heisst um junge Erwachsene als Prämienzahler. Dabei würden «unrealistisch tiefe Prämien» angeboten, sagt Hanselmann.
Prämiengeld versickert
Dieser «ungesunde» Wettbewerb führe zu einem übermässigen Abbau der Reserven und danach zu unnötig hohen Krankenkassenprämien, sagt die St.Galler Gesundheitschefin und belegt den Mittelabfluss mit Zahlen aus ihrem Kanton. Hier seien die Gesundheitskosten um etwa 4 Prozent angestiegen, die Prämien 2010 mussten aber um 10,4 Prozent erhöht werden. Dazu habe stark der Wettbewerb unter Kassen beigetragen.
Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 8. Januar 2010
- Artikel empfehlen:






Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben