Tagblatt Online, 08. September 2010 01:03:38
Klüger werden – in 24 Stunden
Am Freitag beginnt schweizweit das siebte Lernfestival. Die Eröffnungsfeier zum 24stündigen Weiterbildungsevent fand an der OBA Bildungsmesse in St. Gallen statt. Der Kanton Tessin wurde mit einem Bildungspreis ausgezeichnet.
CLAUDIA SCHMID
ST. GALLEN. In allen drei grossen Schweizer Sprachregionen finden am 10. und 11. September über 450 Weiterbildungsevents statt. Das Angebot will die Gelegenheit bieten, Neues auszuprobieren. Die Palette reicht von berufsspezifischen, persönlichkeitsbildenden über gesundheitsorientierte Angebote bis hin zu kulturellen Workshops und Kursen.
Fachleute aus Bildung, Politik, Wissenschaft und Sport diskutierten an der Eröffnungsfeier im Rahmen der OBA über den Nutzen von Bildungsnetzen, wie sie aufgebaut und erfolgreich betrieben werden können.
Rudolf Tippelt von der Ludwig-Maximilians-Universität München führte im Gespräch mit Fernsehmoderator Kurt Aeschbacher ins Thema ein. Er zeigte sich überzeugt, dass ein innovatives Netzwerk einen Mehrwert für die Region darstellt.
Alle Sparten einbinden
Ein gut funktionierendes Netzwerk binde unterschiedlichste Institutionen aus allen Bildungssparten ein und grenze niemanden aus, betonte der Professor aus München.
Es müsse auf die Bedürfnisse der Region ausgerichtet sein, regelmässig Pläne entwickeln und aktiv die Kommunikation untereinander fördern.
Kareen Sulser, Koordinatorin des Lernfestivals in St. Gallen, Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer (IHK) St. Gallen, Rudolf Strahm, Präsident des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung SVEB, und der ehemalige Snowboard-Profi Jörg Walcher erzählten in einer Podiumsdiskussion über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Lernen und der Weiterbildung.
Die Vernetzung der verschiedenen Bildungssparten trage zum gegenseitigen Verständnis bei, betonte Rudolf Strahm.
Lernen bedeutet Aufschwung
Das vom SVEB organisierte Lernfestival mache Weiterbildung erlebbar und fördere die Vernetzung, erklärte Ruth Jermann, nationale Leiterin des Festivals. «Lernen vor Ort schafft einen Mehrwert für alle. Unterschiedlichste Institutionen kooperieren, alle Bevölkerungsschichten werden einbezogen.
» In einer dynamischen Gesellschaft sei Weiterbildung ein Muss. Lernen bedeute Aufschwung, Stabilität und persönliche Entwicklung.
An der Eröffnungsfeier verlieh der SVEB zum fünften Mal einen bildungspolitischen Preis. Er ging an den Kanton Tessin. Der Kanton setze sich besonders stark für die Weiterbildung ein. Die intensive Kooperation, das Engagement für politische Rahmenbedingungen und ein innovativer Geist hätten die Jury überzeugt, betonte SVEB-Direktor André Schläfli bei der Preisübergabe.
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