Tagblatt Online, 09. Oktober 2008 06:38:00
Junge sollen genussvoll feiern
Besucher erhalten an einer Party Altersbändel. (Bild: Bild: pd)
ST.GALLEN. Vor rund einem Jahr lancierte Zepra das Alkoholpräventionsprojekt «smartconnection». Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann und Stadtrat Nino Cozzio ziehen eine Zwischenbilanz.
Yvonne bugmann
St. gallen. Jugendliche, die betrunken durch die Gegend wanken? Junge Partygänger, die in angetrunkenem Zustand andere Leute anpöbeln und randalieren? Um solche Situationen zu verhindern, lancierte das Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (Zepra) in den Kantonen St. Gallen und Graubünden im Juni 2007 das Alkoholpräventionsprojekt «smartconnection». Ziel ist es, Jugendliche für den massvollen Umgang mit Alkohol zu motivieren und die Jugendschutzbestimmungen an Veranstaltungen besser umzusetzen.
«Vernünftiger Umgang»
An der gestrigen Medienorientierung wurde über erste Erfahrungen des zweijährigen Projekts berichtet. «Vor allem für Jugendliche ist es wichtig zu lernen, wie man einen vernünftigen Umgang mit Alkohol pflegt», sagte Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann. Auch Stadtrat Nino Cozzio meinte: «Ziel ist nicht, alles zu verbieten, sondern die Jugendlichen zu einem massvollen Umgang mit Alkohol zu motivieren.» Jugendliche sollen genussvoll feiern.
Gespräch mit Jugendlichen
Um die Zielgruppe zu erreichen, ist «smartconnection» an Parties mit einem Stand vor Ort, wobei Jugendliche auf Gleichaltrige zugehen und mit ihnen das Gespräch suchen. Auch erhalten alle Partybesucher einen Altersbändel und an einer von «smartconnection» betriebenen Bar werden attraktive alkoholfreie Drinks angeboten.
Am Ende der Party werden jeweils Blastests durchgeführt. Wer weniger als 0,3 Promille Alkohol im Blut hat, wird mit Punkten belohnt. Die Punkte können gegen attraktive Preise wie iPods, Open-Air-Tickets oder Skitageskarten eingetauscht werden. «Belohnen wirkt besser als Bestrafen», glaubt Hanselmann.
Bisher wurden an 78 Veranstaltungen über 10 000 Alkoholatemtests durchgeführt. Davon wurden mehr als 2000 Besucher unter 0,3 Promille gemessen. Was heisst, dass 8000 Jugendliche darüber lagen. Hanselmann bewertet das positiv: «Die Alkoholtests bewirken Diskussionen. So kommen wir mit den Jugendlichen ins Gespräch.»
Besseres Image für Veranstalter
Bei Zepra stellt man fest, dass der Widerstand der Veranstalter gegen das Projekt abnimmt, da sie sehen, dass trotz Alkoholprävention nicht weniger konsumiert wird. «Zudem können die Veranstalter ihr Image aufbessern, da es an den Festen weniger Betrunkene und weniger Schlägereien gibt», so Hanselmann. Positiv sei auch, dass sich immer mehr Veranstalter für das Projekt interessieren würden.
«Smartconnection» wird durch die lokale Jugendarbeit umgesetzt. An den Parties arbeiten extra Jugendliche, die für die Veranstaltungsbetreuung ausgebildet wurden.
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