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Tagblatt Online, 21. April 2010 01:04:30

Jahre, bis neue Halle steht

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Ob es für eine neue Turnhalle reichen wird, bis diese Jugendlichen – sofern sie eine Lehre absolvieren – das Gewerbliche Berufs- und Weiterbildungszentrum im Riethüsli besuchen, ist nach dem gestrigen Entscheid offen. (Bild: Bild: Regina Kühne)

Das Kantonsparlament will, dass die eingestürzte Turnhalle im Riethüsli rasch wieder aufgebaut wird. Selbst Juristen sind sich uneins, ob der Kanton damit seine Schadenforderungen schmälert.

regula weik

Andreas Widmer, CVP-Kantonsrat und Präsident der vorberatenden Kommission, brachte die zahlreichen Ungewissheiten auf den Punkt: «Kein Weg garantiert, dass der Kanton die volle Schadensumme entschädigt bekommt.» Mit dieser Unsicherheit müssen vorläufig beide leben: Regierung wie Kantonsparlament. Und sie gehen unterschiedlich damit um.

«Der sicherere Weg»

«Auch wenn der Wiederaufbau der eingestürzten Halle im Vordergrund steht: Bei den heute noch bestehenden Unklarheiten und

offenen Fragen ist das Provisorium der sinnvolle und sicherere Weg», argumentierte Bauchef Willi Haag.

Neue Vorlage ans Parlament

Einig waren sich Parlament und Regierung: Erfolgt die Schadenregulierung rasch, wird das Provisorium nicht erstellt. Das hatte auch die vorberatende Kommission gefordert – und ein zeitliches Limit gesetzt: Wird bis Ende Jahr eine Einigung mit den Haftpflichtigen respektive deren Versicherungen erzielt, wird das Provisorium nicht erstellt – ansonsten darf die Regierung damit loslegen.

Eine klare Mehrheit des Parlaments vermochte diese Zusage nicht zu überzeugen: Sie trat auf die Vorlage erst gar nicht ein.

Bauchef Haag ist überzeugt, dass die heutigen Übergangslösungen auf Dauer teurer zu stehen kommen als das verworfene Provisorium. Dennoch lässt er keine Zweifel aufkommen: «Es ist vom Tisch.» Und er werde alles daransetzen, möglichst rasch gesicherte Grundlagen für den Wiederaufbau der eingestürzten Halle in Händen zu haben.

Optimisten, die schon bald auf eine neue Halle im Tal der Demut hoffen, muss Haag enttäuschen. Vor 2015 dürfte es kaum so weit sein – weniger wegen der Bauzeit (Haag rechnet mit rund eineinhalb Jahren) als vielmehr wegen des politischen Prozesses. Erst muss eine neue Bauvorlage ans Parlament ausgearbeitet werden, dann muss dieses den geforderten Kredit in Millionenhöhe sprechen, und schliesslich muss die Baubewilligung für die neue Halle vorliegen.

Turn-Nomaden

Am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum im Riethüsli werden rund 1700 Lernende unterrichtet. Sie sind mit dem Einsturz der Halle im Februar 2009 zu Turn-Nomaden geworden. Sie absolvieren den Sportunterricht an verschiedenen Orten – in den Olma-Hallen, im Athletik Zentrum. «Auf Dauer keine befriedigende Lösung», sagte Bildungschef Stefan Kölliker. Und: Diese Übergangslösungen seien «nicht für lange, nicht für Jahre» gesichert.





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