Tagblatt Online, 21. Juni 2010 01:03:56
Durchmesserlinie bleibt zentrales Projekt der AB
Realistisch betrachtet gebe es für den öffentlichen Verkehr in der Agglomeration St. Gallen kaum Alternativen zur Durchmesserlinie Trogen– Teufen der Appenzeller Bahnen (AB). Dies sagt Verwaltungsratspräsident Jörg Schoch an der Aktionärsversammlung der Bahn.
Hanspeter Strebel
Herisau. Nur einer der 214 Aktionäre widersprach Schoch am Freitag im Casino Herisau und verlangte vergeblich Rückweisung des Geschäftsberichts, weil darin nicht auf die Opposition gegen das Grossprojekt der Durchmesserlinie (DML) eingegangen werde.
Der Verwaltungsrat wisse um die Skepsis. die teilweise diesem Vorhaben noch entgegengebracht werde, sagte Schoch in seiner Präsidialadresse. Es gelte, mit guten Argumenten zu überzeugen und deren gebe es viele.
So ermögliche die DML den Viertelstundentakt und könne damit die gemäss Prognosen weiter erheblich wachsenden Pendlerströme auffangen. Die Anschlusseffizienz an die SBB Richtung Zürich werde um bis zu 23 Minuten verbessert. Beim Rollmaterial ohne Zahnradbetrieb könnten überall die gleichen Züge angeschafft werden, was Erwerbs- und Betriebskosten spare.
Überdies werde die Sicherheit erhöht, weil mit neuen, leichteren Fahrzeugen die Bremswirkung verdoppelt und vorab im Gebiet Riethüsli Bahnübergänge aufgehoben werden könnten.
Direktor Hansjürg Düsel zog vor den Aktionären kurz Bilanz über die vier Jahre seit der Fusion von vier Regionalbahnen unter dem Dach der AB. Diese habe sich in jeder Beziehung bewährt. Dank der Synergien werde man in den ersten fünf Jahren zwei Mio. Franken einsparen, was der Zielvorgabe entspricht.
Mit dem Betriebsergebnis 2009 sind die Verantwortlichen zufrieden, auch wenn man – trotz Kundenzuwachs – unter dem Vorjahresrekord blieb. Auch ins Jahr 2010 ist man gut gestartet.
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