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Tagblatt Online, 18. Juni 2009 01:03:00

99,5 Prozent sind kirchentreu

Tausend St. Galler Katholiken haben der Kirche im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt – ein halbes Prozent aller Mitglieder. Die Austrittsquote ist im nationalen Vergleich tief.

regula weik

st. Gallen. Die Zahl der Austritte sei in den letzten Jahren stabil geblieben, sagte Claudius Luterbacher, Mitglied der Bistumsleitung, am jährlichen Medienempfang von Bischof Markus Büchel am Mittwoch. 1068 Personen sind vergangenes Jahr im Kanton St. Gallen aus der katholischen Kirche ausgetreten, 70 neu beigetreten. Sie waren zuvor nicht katholisch und vollzogen einen Konfessionswechsel oder sie waren früher einmal aus der katholischen Kirche ausgetreten und suchten nun um Wiederaufnahme nach.

Votum für Pastoralassistenten

Wenn 99,5 Prozent der Mitglieder der Kirche treu blieben, sei dies positiv, sagte Bischof Markus Büchel. Sorgen bereitet ihm dagegen die Personalsituation; der katholischen Kirche mangelt es seit Jahren an Priestern. «Das ganze Bistum flächendeckend mit Seelsorgern zu versorgen, ist eine grosse Herausforderung», so der Bischof.

Möglich war dies in den vergangenen Jahren dank des Einsatzes von Pastoralassistenten. Daran wird sich so bald nichts ändern – «solange der Bischof kein Dekret erlässt, werden Pastoralassistenten weiterhin predigen», sagte Bischof Markus Büchel.

Firmung mit 18

Die Firmung mit 18 möchte der Bischof bis 2011/2012 in allen Pfarreien einführen. Sie seien gut unterwegs und er hoffe, dass jene Gemeinden, die Anlaufschwierigkeiten hätten, Mut fassten. «Wir müssen uns heute klarer als Christen positionieren als früher.

Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher der einzelne nicht mehr selbstverständlich zur Kirche gehört, nicht mehr selbstverständlich getauft ist.» Viele Menschen gingen heute auf Distanz zur Kirche, suchten deren Nähe nur kurzfristig – in bestimmten Situationen, nach bestimmten Erfahrungen. «Das persönliche Zeugnis ist wichtiger geworden.»

Kein Kirchentheater

Die Kirche erlebe gerade eine ruhige, skandalfreie Phase. «Das Theater haben wir vor der Kathedrale, nicht in der Kirche», sagte der Bischof. Auf dem Klosterplatz laufen die Vorbereitungen für die Festspiele.





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